News aus der Welt der Lampen und Leuchten

Internet aus der Lampe?

antje.leimert | Freitag, 10. Februar 2012 | Kategorie: Leuchtmittel | Keine Kommentare

Klingt unglaublich, könnte jedoch bald Wirklichkeit werden. Forscher haben bereits Erfolge erzielt bei dem Versuch, LEDs nicht nur für die Raumbeleuchtung, sondern auch für die Übertragung von Daten zu nutzen. Derzeit werden LEDs schon in CD-Playern und bei Verstärkern für die Datenübertragung verwendet. Nun sollen sie auch noch als Alternative für Funkverbindungen dienen können, z. B. an Orten, an denen zwar große Datenmengen verschoben werden müssen, eine Funkverbindung jedoch nicht erwünscht ist – so z. B. in Operationssälen zur Steuerung von Robotern oder zur Bereitstellung von Röntgenbildern.

Visible Light Communication (VLC)

Dieses neue System der Datenübertragung mittels Licht nennt man Visible Light Communication, kurz VLC. Um Informationen über eine LED-Deckenleuchte zu übertragen, muss die Lampe mit einem Spezialbauteil, einem Modulator, ausgestattet werden. Mit Hilfe dieses Modulators werden die LEDs – für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar – blitzschnell ein- und ausgeschaltet. Die dabei als Nullen und Einsen übertragenen Informationen werden von einem Empfänger am Laptop, einer Photodiode, eingefangen und dekodiert. Zur Zeit ist es möglich, mit einer LED-Deckenleuchte, die zehn Quadratmeter eines Raums ausleuchtet, Daten mit 100 Mbit/s verlustfrei zu übertragen. Einziger Störfaktor: Schon eine Hand zwischen Lampe und Laptop beeinflusst die einwandfreie Übertragung.

Licht als Schutz gegen Hacker

Nützliche könnte dieses System auch für die sichere Datenübertragung, z. B. für Bankgeschäfte und Online-Einkäufe, werden. Um Hackern keine Chance zu geben, bemühen sich Forscher, immer sicherere Systeme zu entwickeln. Die Quantenkryptographie macht sich die kleinsten Einheiten, in die man Licht zerlegen kann, die sogenannten Photonen bzw. Quanten, zunutze und prägt ihnen Informationen auf, die sie von einem zum nächsten Computer transportieren. Wenn der Empfänger-Computer die Daten gelesen hat, verliert das Photon die Information. Man hat es sozusagen mit einem „Wegwerf-Datenträger“ zu tun. Erste quantenkryptographische Sender und Empfänger gibt es bereits zu kaufen, jedoch ist es noch ein weiter Weg bis zur Netzwerk- und damit zur Massentauglichkeit.

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