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Achtung Wildwechsel!

antje.leimert | Freitag, 30. September 2011 | Kategorie: Von Fackel bis LED | 3 Kommentare

Je früher der Abend hereinbricht, desto mehr steigt das Risiko eines Wildunfalls. Im Frühling, wenn Rehe, Hasen oder Wildschweine ihren Winterschlaf beendet haben, wechseln sie  gerne aus den Waldgebieten auf gegenüberliegende Wiesen und Felder, um dort nach Futter zu suchen. Auch in der Paarungszeit der Tiere, in den Monaten Juli und August, ist Obacht geboten, genauso wie natürlich zu Beginn des Herbstes. Laut Statistik ereignen sich die meisten Wildunfälle in der Morgen- bzw. Abenddämmerung – pro Jahr sind es mehr als 200.000.

Licht als Schutz vor Kollisionen?

Um die Zahl der Wildunfälle zu verringern setzen Gemeinden heute Reflektoren ein, die an Straßenrandpfosten positioniert werden. Aktiviert werden die solarbetriebenen Geräte durch die Scheinwerfer herankommender Fahrzeuge und senden daraufhin Lichtblitze und akustische Signale aus. Mit der Zeit tritt bei den Tieren jedoch ein gewisser Gewöhnungseffekt ein – die Abschreckung geht verloren. Auch Duftzäune oder der Grünrückschnitt am Straßenrand haben sich als wenig wirksamer Schutz vor Wildunfällen erwiesen.

Infrarot-Nachtsichtsysteme geben Warnhinweise

Vielversprechender klingt da die Weiterentwicklung der Fahrzeugelektronik. Sie bietet Möglichkeiten, um Autofahrer frühzeitig auf Bambi & Co. aufmerksam zu machen. Allerdings ist dies bisher noch Zukunftsmusik. Die Technik ist noch nicht ganz ausgereift. Aber manche Autos sind bereits mit Infrarot-Nachtsichtsystemen ausgestattet. Intelligente Nachtsichtassistenten mit zusätzlichen Scheinwerfern erkennen Tiere und gegebenenfalls auch Passanten und lenken den Blick des Autofahrers auf diese möglichen „Gefahren“. Doch auch die Bilderkennung ist noch entwicklungsfähig. Im Gegensatz zum Menschen erkennt sie Tiere aufgrund ihrer komplexeren und sehr unterschiedlichen Bewegungsabläufe noch nicht zuverlässig genug. Bis zur Serienreife wird es daher noch dauern. Denkbar ist im Übrigen nicht nur der Gefahrenhinweis, sondern auch die selbstständige Einleitung des Bremsvorgangs durch das Auto.

Maßnahmen zur Prävention und bei möglichen Kollisionen sind:

  • auf Warnschilder „Wildwechsel“ achten
  • eine vorausschauende Fahrweise
  • Tempo drosseln – in Waldgebieten 80 km/h nicht überschreiten
  • besonders aufmerksam und bremsbereit sein
  • taucht ein Tier auf, das Fernlicht der Schweinwerfer abblenden, bremsen, mit nachfolgenden Tieren rechnen und daher vorsichtig weiterfahren
  • keine Ausweichmanöver riskieren
  • nach einem Wildunfall die Warnblinkanlage einschalten und ein Warndreieck aufstellen
  • wegen möglicher Tollwutgefahr das Tier nicht berühren
  • die Polizei alarmieren, die den zuständigen Förster bzw. Jagdpächter ausfindig macht

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Kommentare (3) | Freitag, 30. September 2011

3 Kommentare zu “Achtung Wildwechsel!”

  1. Sanjiyan schreibt:
    Freitag, 7. Oktober 2011 um 12:02

    “Im Frühling, wenn Rehe, Hasen oder Wildschweine ihren Winterschlaf beendet haben, wechseln sie gerne aus den Waldgebieten auf gegenüberliegende Wiesen und Felder,”

    Rehe, Hasen und Wildschweine halten keinen Winterschlaf – sie sind fast genauso aktiv wie in anderen Jahreszeiten. Sie drosseln allerdings ihren Energiehaushalt um bei der Witterung nicht zu viel Fettreserven aufzubrauchen. Um so schädlicher ist es für das Wild aber von querfeld ein laufenden Spaziergängern gestört zu werden, da es zur Flucht der Tiere und zu großem Energieverbrauch führt.

  2. PaiPai29 schreibt:
    Freitag, 7. Oktober 2011 um 12:04

    Autofahrer sind übrigens gesetzlich dazu verpflichtet einen Wildunfall zu melden!

  3. antje.leimert schreibt:
    Freitag, 7. Oktober 2011 um 14:10

    Okay Sanjiyan, danke für den Einwurf. Doch egal aus welchem Grund das Wild wechselt – wichtig ist doch, dass weder Tiere noch Menschen zu Schaden kommen und man daher einige Vorsichtsmaßnahmen beachten sollte.

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