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13.08.2010 Glühlampenverbot: Die Glühlampe gehört bald der Vergangenheit an

Umfangreichere Produktinformationen erleichtern den Kauf von Alternativ-Lampen

Es ist ein bekanntes aber dennoch immer wieder überraschendes Phänomen: sobald sich die Nachricht verbreitet, dass es etwas nur (noch) für einen gewissen Zeitraum geben wird, setzt ein ungeahnter Ansturm darauf ein. So war es mit der Abwrackprämie, die 2009 sogar zum „Wort des Jahres“ gekürt wurde, so war es mit der Eigenheimzulage und so ist es nun mit der Glühlampe. Seitdem das Glühlampenverbot am 1. September 2009 in Kraft getreten ist, ist die Nachfrage an Glühlampen enorm gestiegen.

In den kommenden Jahren werden sie stufenweise in Rente geschickt: zuerst traf es die klaren und matten 100-Watt-Glühlampen. Ab dem 1. September 2010 dürfen die klaren 75-Watt-Glühlampen nicht mehr produziert werden und im Jahr darauf, ab dem 1. September 2011, die 60-Watt-Glühlampen. Ab dem 1. September 2012 müssen alle klaren Glühlampen mindestens der Energieeffizienzklasse C angehören. Diesem Anspruch genügen sie mit ihrer Energieeffizienzklasse E allerdings nicht und werden somit ab Herbst 2012 EU-weit nicht mehr hergestellt. Der Handel bietet jedoch genügend andere Alternativen an – etwa Energiesparlampen und LED Lampen.

Für mehr Transparenz und Orientierung beim Lampenkauf sollen zusätzliche Informationen auf den Verpackungen von Lampen sorgen, denn zukünftig gilt für Hersteller eine erweiterte Kennzeichnungspflicht. Sie soll Endverbrauchern genauer darüber informieren, welche Eigenschaften beziehungsweise Vorteile die jeweilige Lampe hat.

Neben dem bereits üblichen Energie-Label, das Auskunft über die Energieeffizienzklasse der Lampe gibt, findet der Endverbraucher dann auch Informationen zu Dimmereignung, Lampenmaßen und Schaltzyklen, also wie oft eine Lampe an- bzw. ausgeschaltet werden kann, sowie über die ungefähre Lebensdauer der Lampe, angegeben in Jahren und Stunden – Years/h (hours).

Die größte Umstellung verlangt dem Käufer einer Lampe der „Helligkeitswert“ ab. Auf der Verpackung der Lampe wird der Energieverbrauch in Watt und die Helligkeit in Lumen angegeben. Denn das Maß für die Helligkeit bzw. die Lichtleistung einer Energiesparlampe ist die Lumen-Angabe – und nicht die Watt-Zahl wie noch bei der Glühlampe. Ein Vergleichswert soll Auskunft darüber geben, welcher klassischen Glühbirne die Leistung der Energiesparlampe entspricht.

Weitere Informationen betreffen die Anlaufzeit (Welche Zeit benötigt die Lampe, um 60 % des angegebenen Helligkeitswertes zu erreichen?), die Lichtfarbe in Kelvin (K) und die Farbwiedergabe, angegeben in Ra (Wie brillant werden die Farben der beleuchteten Dinge wiedergegeben?). Wichtig ist zudem die Auskunft über den möglichen Quecksilbergehalt der Lampe. Angeführt wird dieser in Hg für Quecksilber (lat. hydragyrum). Solche Lampen dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden. Auf der Verpackung ist zudem eine Internet-Adresse angegeben, auf der sich Hinweise befinden, wie eine zu Bruch gegangene Lampe zu entsorgen ist.

Doch warum geht es der Glühlampe, auch gerne „Glühbirne“ genannt, überhaupt an den Kragen? Nun, sie zählt zu den Temperaturstrahlern und gilt daher als energieineffizient. Bescheidene 5 % der von ihr verbrauchten Energie geht in Licht über, der Rest in unnütze Wärme. Mit der Abschaffung der Glühlampe möchte die Europäische Union (EU) nun zur CO2-Reduzierung beitragen. Das Glühlampenverbot hat jedoch eine hitzige öffentliche Diskussion entfacht: Energiesparlampen seien durch ihren Quecksilbergehalt viel umweltschädlicher, heißt es. Viele Verbraucher bedauern das Ende der Glühlampe. Über Jahrzehnte hinweg war sie ein treuer Begleiter ihres Alltags – und nun soll sie auf einmal verschwinden? Und der Startschuss dazu fiel ausgerechnet in ihrem Jubiläumsjahr, denn 1879 – 130 Jahre zuvor – hatte sie der Amerikaner Thomas Alva Edison erfunden. Ein Trost kann sein, dass die Glühlampe zumindest in ihrer Form erhalten bleiben wird. Mittlerweile gibt es Energiesparlampen und LED Lampen in zahlreichen Fassungen und Formen. Darunter auch die traditionelle Glühlampenform – und das Angebot an stromsparenden Lampen wächst stetig.
 

 

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