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Zurück zur Übersicht19.08.2011 Marc Brandenburg - Zeichnungen im Schwarzlicht
Ganz ungewohnt ist der Saal der Meisterzeichnungen in der Hamburger Kunsthalle seit
dem 15. Juli komplett in Schwarzlicht getaucht. Grund dafür ist die Ausstellung
des Berliner Künstlers Marc Brandenburg, die noch bis 9. Oktober rund 60 seiner
Graphitzeichnungen präsentiert. Das Schwarzlicht, das normalerweise in
Diskotheken und für Showeffekte verwendet wird, entfaltet seine Wirkung nur in
dunklen Räumen. Die spezielle Strahlung des Lichts verhilft weißen Stoffen und
Papieren zum Leuchten.
Ähnlichkeit mit Fotonegativen
Die schwarz-weißen Werke des Sohns einer deutschen Mutter und eines amerikanischen Vaters erinnern durch die Umkehrung – was schwarz war, wird weiß und umgekehrt – an Fotonegative. Brandenburg verwendet als Vorlagen für seine Zeichnungen eigene Fotos oder Bilder aus Zeitschriften. Mit Hilfe eines Kopierers oder Computers wandelt er sie zu Negativbildern um und zeichnet sie nach. Seine Motive entstammen häufig dem Berliner Nachtleben. Auch Portraits von Freunden oder extrem gezoomte Details banaler Alltagsgegenstände oder -situationen sind Teil seines Werks.
Schon immer nur Schwarz und Weiß
Brandenburg wurde 1965 geboren und verbrachte seine Kindheit in Brandenburg, Texas. Seit 1993 zeichnet er – schon immer ohne Farben. Seine Kunst steht unter dem Einfluss der Pop- und Punkkultur der 60er und 80er Jahre und zeigt oftmals Szenen eines wüsten Großstadtlebens. Eigene Erfahrungen auf diesem Gebiet sammelte der – nach eigenen Angaben – nachtaktive Künstler bei seinen Jobs in Bars und Diskotheken. Brandenburgs außergewöhnliche Zeichnungen lassen sich am besten mit seinen eigenen Worten beschreiben: „Es geht um das, was nicht abzubilden ist, um die Aura, um Zwischenräume.“
Die Ausstellung „Marc Brandenburg. Zeichnung“ ist vom 15. Juli bis 9. Oktober Di-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr in der Hamburger Kunsthalle zu besichtigen. Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €, Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Weitere Informationen: www.hamburger-kunsthalle.de
Bildnachweis: © Privatsammlung; Marc Brandenburg, Photo: Jochen Littkemann


