Alvar Aalto entwarf Leuchten, Möbel bzw. Wohnaccessoires stets für ganz bestimmte Bauwerke, denn er betrachtete Einrichtung und architektonischen Stil eines Gebäudes als Symbiose. Für die Weltausstellungen in Paris (1937) und in New York (1939) entwarf er die finnischen Pavillons. Einer seiner bekanntesten Entwürfe wird auch heute noch produziert: die Aalto- bzw. Savoy-Vase. Alvar Aalto (1898-1976) hat diese in ihrer Form an den Grundriss eines Sees erinnernde Vase für das Savoy-Hotel in Helsinki entworfen. Bei diesem Design folgte er seinen typischen Mustern: der Welle und dem Fächer.

Das Design von Alvar Aalto: nahe an Mensch und Natur

Alvar Aalto entwarf den Linien der Natur und des Menschen entsprechende Möbel und Häuser, z. B. die geschwungenen Liegestühle für das von ihm gestaltete Lungensanatorium in Paimio, das Schauspielhaus in Düsseldorf, die Oper in Essen, das Studentenwohnheim „Baker House“ in Cambridge (Massachusetts, USA), die „Villa Mairea“ in Noormarkku (Finnland) oder das Wohnhochhaus in der Neuen Vahr in Bremen. Funktionalität sowie die Integration organischer Elemente waren stilprägend für seine Arbeit.

Das Wohnhochhaus Neue Vahr (Baujahr 1962) galt lange Zeit als höchstes Wohnhaus Deutschlands. Bei diesem Wohnkomplex war das Hauptanliegen Aaltos, einerseits Kommunikation und Gemeinschaft der Hausbewohner zu fördern, dies andererseits aber auch mit dem individuellen Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten ins Private zu vereinen. Deshalb besitzen alle Wohnungen einen eigenen Grundriss auf der Grundlage einer fächerartigen, nicht einsehbaren Bauweise. Das Miteinander der Hausbewohner wird durch großzügige Flure, Gemeinschaftsräume, Sitzecken, Spielgelegenheiten für die Kinder und eine überdachte Aussichtsterrasse gefördert.

Sein von ihm selbst als „Bio-Funktionalismus“ bezeichneter Stil zeigt sich auch bei dem Sessel „Tank“, der, wie die meisten seiner Sitzmöbelentwürfe, von der zu dieser Zeit aufkommenden Holzbiegetechnik geprägt ist. Die Gestelle und Armlehnen von Aaltos Sitzmöbelentwürfen wurden zumeist – wie an Aaltos Schwingsessel Nr. 31 erkennbar – aus gebogenem Holz gearbeitet.

Leuchten und Möbel aus Alvar Aaltos eigener Produktion

Die Firma Artek, die Alvar Aalto 1935 gemeinsam mit seiner ersten Frau Aino gegründet hat, produziert und vertreibt auch heute noch seine Möbel- und Leuchtenkreationen. Bekannte Leuchten Alvar Aaltos sind z. B. die kugelförmige Pendelleuchte „Bilberry“ A338 – ein Entwurf für das Maison Carré des Galeristen Louis Carré – und die Pendelleuchte „Golden Bell“ A330S, die er für das Hotel Savoy in Helsinki entwarf. Ein Evergreen der Entwürfe Alvar Aaltos ist auch der bis heute produzierte dreibeinige Hocker Nr. 60, der in seiner schlichten Funktionalität auch mehr als dreißig Jahre nach Aaltos Tod begeistert.

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