Ihre Pluspunkte sind hinlänglich bekannt: die Glühlampe gilt als zuverlässiges Leuchtmittel und als Garant für gemütliches Licht. Allerdings weiß man auch um ihre Schwächen: die Glühlampe zählt zu den so genannten „Wärmestrahlern“. Sie wandelt nur 5 Prozent der von ihr verbrauchten Energie in Licht um – die übrigen 95 Prozent verpufft als nutzlose Wärme. Weil sie daher als wenig effizient gilt, wird sie im Zuge des 2009 von der Europäischen Union beschlossenen Glühlampenverbots stufenweise vom Markt genommen. Kein sehr schönes Ende für das traditionelle Leuchtmittel, von dem der Berliner Ingenieur Dieter Binninger sogar der Überzeugung war, es könne ewig leuchten.

Eine Glühlampe mit einer Brenndauer von 150.000 Stunden?

Dieter Binninger (1938-1991) hatte 1975 im Auftrag des Berliner Senats eine so genannte „Berliner-Uhr“ (Mengenlehreuhr) entwickelt. Verbaut wurden dafür mehrere hundert Glühlampen. Weil deren durchschnittliche Lebensdauer lediglich 1.000 Stunden betrug, kam es immer wieder zu kostspieligen Wartungsarbeiten. Um diese zu umgehen arbeitete Dieter Binninger an einer weniger aufwändigeren und kostspieligeren Lösung. Das Ergebnis seiner Bemühungen war seine „Ewigkeitsglühlampe“, die es laut ihres Erfinders auf eine Lebensdauer von 150.000 Stunden bringen sollte. Dies hätte rund 17 Jahren entsprochen.

Die Besonderheiten der „Ewigkeitsglühlampe“

Diese längere Lebensdauer sollten unter anderem durch eine abgewandelte Form des Glühfadens, eine andere Bauweise und ein Vorschaltgerät erreicht werden. Den Beweis, ob sie wirklich eine derart lange Lebensdauer gehabt hätte, konnte Dieter Binningers „Ewigkeitsglühlampe“ jedoch nie antreten. Binninger ließ sich seine Glühlampe zwar zu Beginn der 1980er Jahre patentieren, und stand nach dem Fall der Mauer mit einem Leuchtmittelhersteller in Verhandlungen. Doch zu einem Vertragsabschluss sollte es nie kommen. Im Frühjahr 1991 kam Dieter Binninger bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Bis heute ist es zweifelhaft, ob es eine Glühlampe mit einer derart langen Lebensdauer jemals gegeben hätte. Augenscheinlich zeigte die Leuchtmittelindustrie nur relativ wenig Interesse. Seit 1924 gab es das so genannte „Phoebuskartell“, ein Zusammenschluss von Leuchtmittelherstellern. Um den Absatz an Glühlampen sicherzustellen legten sie fest, dass Glühlampen die maximale Lebensdauer von 1.000 Stunden nicht überschreiten sollten.

Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel: im US-Bundesstaat Kalifornien existiert eine Glühlampe, die bereits seit unfassbaren 111 Jahren brennt! Ob die „Jahrhundert-Glühlampe“ („Centennial Bulb“) auch zum jetzigen Zeitpunkt noch leuchtet, kann unter folgendem Link überprüft werden www.centennialbulb.org.

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