Auch in Zeiten des schleichenden Abschieds von der herkömmlichen Glühlampe ist sie immer noch das Symbol schlechthin für das Zeitalter der elektrischen Beleuchtung. Als ihr Erfinder gilt gemeinhin der US-Amerikaner Thomas Alva Edison, der im Jahre 1880 ein Patent auf die Glühlampe angemeldet hat und sie fortan produzierte und vermarktete. Doch intensiveres Nachforschen ergibt, dass man eigentlich keine pauschale Aussage darüber treffen kann, wer der „wahre Erfinder“ der Glühlampe ist, denn allem Anschein nach war sie eine „Gemeinschaftsproduktion“ vieler verschiedener Forscher.

Heinrich Göbel – deutscher Glühbirnen-Pionier?

1818 in Springe bei Hannover geboren, wanderte der deutsche Uhrmacher und Forscher 1848 nach New York aus und nannte sich fortan Henry Goebel. Viele Jahre lang galt er in Deutschland als der eigentliche Erfinder der Glühbirne. Im Patentstreit, der Anfang der 1890er Jahre zwischen ihm, Edison und anderen Forschern entbrannte, behauptete er, schon seit den 1850er Jahren mit Kohlefadenlampen experimentiert zu haben. Göbel starb jedoch während des Verfahrens 1893 an einer Lungenentzündung. Einige Jahre nach seinem Tod bildete sich in Deutschland um das verkannte deutsche Genie Heinrich Göbel eine Legende, die besonders gut zur Propaganda in der NS-Zeit passte. Erst vor wenigen Jahren konnte diese Legende durch eine Dissertation von Hans-Christian Rohde entkräftet werden.

Die Geschichte der Glühlampe

Bis zur Massenproduktion der Glühlampe Ende des 19. Jahrhunderts musste sie in ihrer Entwicklung einen langen Weg zurücklegen, der über viele Forscher und durch viele Länder führte. Bereits 1835 präsentierte der Schotte James Bowman Lindsay die erste experimentelle Glühlampe. Frederick de Moleyns meldete 1841 vermutlich das erste Patent an. Ein weiteres Patent erhielt 1845 der Amerikaner John Wellington Starr, bevor der Brite Joseph Wilson Swan 1860 eine Glühlampe mit verkohltem Papier entwickelte, für die er 1878 das Patent erhielt – zwei Jahre bevor Edison in den USA ein vergleichbares Patent anmeldete. Diese beiden Patente waren der Auslöser für den Patentstreit über eine für den Masseneinsatz taugliche Glühbirne, den Edison schließlich gewann.

Edisons Stärke war weniger das Erfinden gewesen, sondern vielmehr das Weiterentwickeln von Ideen anderer und das Vermarkten dieser Produkte. Ab 1880 errichtete er Elektrizitätswerke und wurde zum größten Glühlampenproduzenten. Die Glühbirne setzte sich dank Edison bald in Industrie und Privathaushalten als Leuchtmittel durch.

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