Unter ihrem Licht wurden im Fernsehdeutschland der 1950er bis 1970er Jahre zahllose Verdächtige verhört und überführt. Bei ZDF-Kommissar Keller alias Erik Ode gehörte sie genauso zum Büro-Inventar wie bei ARD-„Tatort“-Kommissar Haferkamp alias Hansjörg Felmy. Auch in Polizeibehörden fand man Gefallen an der Leuchte. Dies trug der Schreibtischleuchte „6631 Luxus“ den Beinamen „Die Kommissarleuchte“ ein. Die Leuchte geht auf den Entwurf von Christian Dell (1893-1974) zurück und stammt vermutlich aus dem Jahr 1934. Nach einer Lehre als Silberschmied und dem Studium an der Kunstgewerbeschule in Weimar übernahm Dell ab 1922 eine Lehrtätigkeit in der Metallwerkstatt am Weimarer Bauhaus. Als das Bauhaus 1925 nach Dessau umzog, blieb Dell in Weimar. Im Jahr 1926 verschlug es den gebürtigen Offenbacher nach Frankfurt am Main. Dort war er als Werk-, und Formmeister in der Metallwerkstatt der Kunstschule tätig und konzentrierte seine Arbeit immer mehr auf das Design von Leuchten. 1927/28 entstand beispielsweise die Leuchtenserie „Rondella“ und 1929 die „Dell-Leuchte Type K“. Fester Bestandteil der Titel seiner Leuchten war stets sein Nachname. So auch bei der „6631 Luxus“, die vor allem unter der Bezeichnung „Kaiser idell“ bekannt ist (vermutlich eine Kombination aus Idee und Dell). Christian Dell entwarf die Leuchte für die Firma Gebrüder Kaiser & Co. aus Neheim im Sauerland, von der sie auch produziert wurde.

Christian Dells Leuchtenklassiker: die „Kaiser idell“

1935 kam die erste Kaiser-idell-Leuchte auf den Markt. Sie wurde wegen ihrer hohen Gestaltungs- und Lichtqualität zum Idealbild einer Schreibtischleuchte und erlangte weltweite Anerkennung. Auffälligstes Erkennungszeichen ist bis heute ihr charakteristischer, asymmetrischer Lampenschirm aus Stahlblech, der in Handarbeit lackiert wurde und eine optimale Lichtstreuung ermöglichte. Eine echte Leuchte erkennt man an der Prägung „Original Kaiser idell“ und am patentierten Kugelgelenk, durch das das Kabel geführt wird. Viele von Christian Dells Leuchtenentwürfen sind auch gegenwärtig noch in Ausstellungen zu sehen – zum Beispiel im Museum of Modern Art in New York.

Trotz internationalem Ansehen ging die Leuchtenfabrik Gebrüder Kaiser & Co. 1980 insolvent. Die Kaiser idell hat mit ihrer zeitlosen Schönheit die Jahre jedoch überdauert und wird heute in Dänemark hergestellt und vertrieben.

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