Gaze_BLOG260(ACHTUNG SPOILER! WER DEN GEIST NICHT VOR SEINEM SCHAUEN EXORZIEREN WILL, DER MÖGE ERST DAS VIDEO AM ENDE DIESES ARTIKELS SCHAUEN)

Ying Gao. Mode-Designerin. Professorin an der UQAM. Ihre neueste Kreation: no(where)now(here). Kleidung. An sich erwartbar. Aber sie leuchtet. Und sie bewegt sich. Durch dich!

Mit ihren „gaze activated dresses“ sorgt Ying Gao für einen in der Dunkelheit atemberaubenden Effekt. Mittels Eyetracking-Technologie nimmt das Kleidungsstück den Blick des Betrachters wahr – und diese bringt das photolumineszente Gewebe dazu, sich zu bewegen. Der Effekt ist, auf einen Nenner gebracht, geisterhaft. Ein Blickfang. Ein wohliger Schrecken. Faszination.

Das Konzept ist aber nicht nur ein effekthascherisches. Im Gegenteil: Die zur Schau gestellten Kleidungsstücke tragen eine Botschaft mit sich. Das Kleidungsstück ist ein schmales, fragiles Gewebe, ein fragiler Schutzraum, der uns vor dem transformierenden Störungen unserer Umwelt schützt. Die Inspiration fand Ying Gao im städtischen Umfeld. Jeder Blick ist ein metaphorischer Eingriff in unser Selbst. Jeder Blick transformiert etwas in uns, führt zu Veränderungen. Diese sind nicht offen sichtbar, sondern passieren im Innern. Mit dem fast spielerischem Umgang mit Technologie macht Ying Gao dagegen das Unischtbare sichtbar; transformiert den Blick in einen sichtbaren Eingriff. Die bewegte Kleidung ist dabei ein Spiegelbild dessen, was im Innern geschieht und portraitiert nicht nur die Veränderungen des Einzelnen, sondern stellt die radikalen, tiefgreifenden Veränderungen unserer Welt zur Schau.

Lass dich darauf ein, wenn du es noch nicht getan hast. Schau dir an, was Blicke bewegen können.

(SPOILER ENDE)

 

[vimeo]https://vimeo.com/68293670[/vimeo]

 

Website der Designerin: http://yinggao.ca/

 

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