Im Kreise seiner Bauhaus-Künstlerkollegen war er mit Sicherheit der Vielfältigste – László Moholy-Nagy war ein Multi-Talent, das sich in seiner Kunst aller Medien bemächtigte. Der aus Ungarn stammende Künstler, der zunächst ein Jura-Studium absolvierte, prägte nicht nur als Bauhaus-Lehrer und Assistent von Walter Gropius die Kunstszene der 1920er und 30er Jahre, sondern auch als Maler, Designer, Fotograf, Bühnenbilder und sogar als Regisseur. Moholy-Nagy verdanken wir auch die berühmte Wagenfeld-Leuchte. Denn nach seiner Aufgabe entstand 1924 das Modell dieser einzigartigen Leuchte durch den damaligen Bauhaus-Gesellen Wilhelm Wagenfeld.

Nach seiner Tätigkeit als Formmeister der Bauhaus-Metallwerkstatt und Mitherausgeber der Bauhausbücher in den Jahren 1923 bis 1928 eröffnete László Moholy-Nagy in Berlin sein eigenes Atelier. In dieser Zeit entstanden auch die Stummfilme „Lichtspiel Schwarz-Weiß-Grau“, „Marseille Vieux Port“, „Berliner Stillleben“ und „Großstadtzigeuner“. Das Berufsverbot im Nationalsozialismus zwang ihn 1937 zur Emigration in die USA. In Chicago leitete er fortan das „New Bauhaus“ und gründete die „School of Design“.

Malen mit Licht: László Moholy-Nagy

Licht war eines der prägendsten Elemente der Moholy-Nagy’schen Kunst, denn für den vielseitigen Künstler erhielt Kunst nur dann Sinn, wenn sie Licht reflektierte. Beim „Malen mit Licht“, einer besonderen fotografischen Technik, schuf er ohne Kamera und nur durch die direkte Belichtung von Fotopapier sogenannte Fotogramme. Licht ist hierbei das gestaltende Element, und Moholy-Nagy gilt als Vorreiter dieser Technik.

Der Licht-Raum-Modulator

1930 schuf László Moholy-Nagy mit dem Licht-Raum-Modulator ein Gesamtkunstwerk aus Farbe, Licht und Bewegung. Die kinetische Plastik bestand aus einem 120 cm mal 120 cm großen kubischen Kasten mit einer kreisrunden Öffnung. Um diese Öffnung herum waren farbige Glühlampen angebracht. Im Inneren des Kastens befanden sich weitere Glühlampen auf einer Platte mit runder Öffnung. Die einzelnen Lampen leuchteten nach einem speziellen Plan zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf und warfen durch die durchsichtigen oder mit löchrigem Muster versehen Materialien hindurch Schatten auf die Hinterwand der Apparatur. Den sich kontinuierlich bewegenden Mechanismus und die dabei entstehenden Lichteffekte stellte er in seinem abstrakten Film „Lichtspiel Schwarz-Weiß-Grau“ vor. Eine Nachbildung des Modulators befindet sich im Bauhaus-Archiv, das Original nahm Moholy-Nagy 1937 mit in die USA.

László Moholy-Nagy war auf vielen Gebieten Visionär und Vorreiter und gilt als einer der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Sein multimediales Talent machte ihn zum Vordenker moderner Medientheorien.

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