Gemeinsam kochen ist angesagt. Die Küche steht heute im Mittelpunkt des Wohnens und ist daher oftmals offen gestaltet. Arbeits- und Wohnbereich gehen fließend ineinander über. Moderne Küchen vereinen leben, wohnen, kochen und genießen. Zudem wird viel Wert auf eine atmosphärische Küchenbeleuchtung gelegt. In ihren Anfängen war die Küche jedoch hauptsächlich als Arbeitsraum konzipiert. Die erste Einbauküche, die so genannte „Frankfurter Küche“, wurde 1926 von der Wienerin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) entworfen.

Die „Frankfurter Küche“

Als Studentin ging Margarete Schütte-Lihotzky in die Arbeiterviertel von Wien und erfuhr so hautnah, in welchen ärmlichen Verhältnissen die Menschen dort lebten. Unter dem Motto „Bauen für eine bessere Welt“ realisierte Margarete Schütte-Lihotzky schon als junge Architektin Einraumwohnungen mit Hochbett und zusammenklappbaren Möbeln. Diese „Siedlerhütten“ konnte man selbstständig aufbauen. Schütte-Lihotzky lag vor allem die Zweckmäßigkeit einer Wohnung am Herzen. Unter dieser Prämisse entstand auch jene Küche, mit deren Entwurf der Name Margarete Schütte-Lihotzky für immer verbunden sein wird: die „Frankfurter Küche“.

Im Rahmen seines Projekts „Das Neue Frankfurt“ war der Stadtplaner und damalige Siedlungsdezernent Ernst May auf die damals 29-jährige Wienerin aufmerksam geworden und holte sie nach Deutschland. Da in den 1920er Jahren der Anteil berufstätiger Frauen immer mehr zunahm, setzten sich die Architekten jener Zeit intensiv mit der „Rationalisierung des Haushalts“ auseinander – zur besseren Vereinbarkeit von beruflichem und privatem Leben. Das Ziel war die Erleichterung der Hausarbeit durch eine der Körpergröße angepasste Arbeitsfläche, ein hochklappbares Bügelbrett und Einbauschränken in unmittelbarer Reichweite. So entstand 1926 die „Frankfurter Küche“, das Vorbild moderner Einbauküchen. Ein Nachbau der Originalküche ist im Museum für Angewandte Kunst (MAK) in Wien zu sehen.

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