1965 stieg der Grafikdesigner Ingo Maurer (geb. 1932) in einer kleinen venezianischen Pension ab und musste dort mit einer nackten, von der Decke hängenden Glühlampe als Beleuchtung vorlieb nehmen. Dies inspirierte den Autodidakten bei der Gestaltung seiner ersten Tischleuchte 1966 derart, dass er ihr die Form einer Glühlampe und den Namen „Bulb“ gab. 1969 wurde Maurers Tischleuchte „Bulb“ bereits in die Design-Ausstellung des MoMA (Museum of Modern Art) in New York aufgenommen. Die Kreation der „Bulb“ war der Beginn von Ingo Maurers Karriere als Licht- und Leuchtendesigner. Trotz Glühlampenverbots bleibt die „Glühlampe“ für Maurer „die perfekte Verbindung von Poesie und Industrie“.

Die unkonventionellen Leuchten des Ingo Maurer

Ingo Maurer studierte Grafikdesign und arbeitete ab den frühen 1960er Jahren als freier Designer in San Francisco und New York. 1966 gründete er die Firma „Design M“ – heute bekannt als „Ingo Maurer GmBH“. Bei seinen Leuchtenkreationen bricht Ingo Maurer gern mit konventionellen Regeln und lässt einfach die Leuchtenaufhängung oder den Lampenschirm weg. Seine ideenreichen Leuchten fallen sofort ins Auge, wie z. B. „TuBe“, eine Leuchte, bei der dutzende Zahnpastatuben um die Leuchtmittel herum angeordnet sind, oder sein Entwurf „Porca Miseria“, eine Ansammlung aus Geschirrscherben. Ebenso sind Werke wie seine Glühlampe mit kleinen Flügeln aus Gänsefedern („Lucellino“, 1992) und eine Leuchte, an der Zettel mit Zeichnungen und Gedichten angebracht sind („Zettel’z“ , 1998), Zeichen seiner großen Kreativität und seines Humors.

1984 entwickelte Ingo Maurer ein Niedervolt-Halogensystem. Dieses auf der Seilsystemtechnik basierende Baukastensystem „YaYaHo“ ermöglicht dem Anwender enorme Flexibilität bei der Planung seines Lichtkonzepts.

Ingo Maurers Lichtinstallationen

Ingo Maurer beschränkte sich in den bisher fünfzig Jahren seines kreativen Schaffens nicht nur auf die Gestaltung von Leuchten (ca. 120 Stück), sondern verwirklichte auch größere Lichtinstallationen auf privatem und öffentlichem Terrain, z. B. im Münchner U-Bahnhof Westfriedhof oder in den Innenräumen des Atomiums in Brüssel. Als bisher letzte in einer langen Reihe von Auszeichnungen erhielt er im Jahre 2010 für sein Lebenswerk den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland.

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