Auch über 80 Jahre nach ihrer Geburtsstunde ist die „WG24“, wie die berühmte Wagenfeld- oder auch Bauhaus-Leuchte von ihrem Macher Wilhelm Wagenfeld genannt wurde, ein Juwel des Leuchtendesigns, das immer noch bzw. erneut produziert wird und sich größter Beliebtheit erfreut. Zusammen mit Karl J. Jucker entwickelte Wilhelm Wagenfeld 1924, damals Silberschmiedgeselle und Schüler László Moholy-Nagys und Christian Dells in der Metallwerkstatt des Bauhauses in Weimar, die berühmte Tischleuchte mit der halbkugelförmigen Glasglocke. Dass die Wagenfeld-Leuchte auch heute noch so gefragt ist, zeugt von Wagenfelds zeitlosem Design und der besonderen Funktionalität, die seine Kreationen auszeichnet.

Einflussreichster Produktdesigner Deutschlands

Neben der Gestaltung von Leuchten hat sich Wagenfeld (1900 – 1990) im Laufe seiner Karriere vor allem mit dem Entwerfen von Glas-, Porzellan- und Metallprodukten für namhafte Unternehmen wie WMF, die Jenaer Glaswerke oder Rosenthal einen Namen gemacht. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bauhaus Weimar und verschiedenen weiteren Stationen, wie der Staatlichen Bauhochschule Weimar oder des Jenaer Glaswerks Schott & Gen., gründete er 1954 die Werkstatt Wagenfeld in Stuttgart. Der Bauhaus-Gedanke, Kunst und Handwerk zu verknüpfen, lebte in Wagenfelds Entwürfen weiter. Mit seinem sachlichen, funktionellen Stil wurde er mehr und mehr zum Vordenker der Industrie.

Wagenfelds berühmteste Kreationen

Die Wagenfeld-Leuchte WG24 ist nur eine von vielen Kreationen, die den 1990 verstorbenen Designer überlebt haben. Aus seinen über 600 Entwürfen aus Glas und Metall stechen einige besonders hervor: die feuerfesten Jenaer-Glas-Schüsseln, das geknickte Pelikan-Tintenfass, das erste Bordgeschirr aus Kunststoff für die Lufthansa oder die berühmten Salz- und Pfefferstreuer „Max und Moritz“ von WMF. Egal ob Wagenfeld eine Deckenleuchte oder eine Vase entworfen hat, stets hatte er die Brauchbarkeit der Dinge und ihren Nutzen für den Käufer im Hinterkopf. Seine Kreationen sollten nicht nur schön aussehen, sondern auch handlich und nützlich sein. Die Tatsache, dass er immer darauf bedacht war, Gebrauchsgegenstände zu erschaffen, die gerne benutzt und als angenehm empfunden werden, machte ihn zu einem der erfolgreichsten Produktgestalter Deutschlands.

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