Gärten verändern mit schwindendem Tageslicht ihren Charakter: Die Farben verlieren ihre Leuchtkraft und Intensität, einige Blumen entfalten sich erst bei Einbruch der Dunkelheit und viele nachtaktive Tiere kommen nach Sonnenuntergang aus ihren Unterschlüpfen. Dem Reiz der abendlichen und nächtlichen Gärten ist auch Lia Leendertz, die im schottischen Edinburgh Gartenbau studiert und bereits viele Gartenbücher veröffentlicht hat, erlegen – ein Grund für sie, in ihrem aktuellen Buch „Gärten in den Abendstunden“, erschienen im Knesebeck Verlag, Tipps für die richtigen Ingredienzien eines Nachtgartens zu geben. Auf 208 Seiten und mithilfe von 150 großformatigen Farbfotos hält Leendertz ein Plädoyer für den nächtlichen Garten, der mit der richtigen Bepflanzung und Gestaltung zu einem besonderen Erlebnis bei Nacht wird.

Wer beruflich den ganzen Tag in einem Büro gefangen ist, kann seinen Garten auch im Sommer meist nur kurze Zeit bei Tageslicht genießen. Die Blütenpracht verschwindet im Dunklen. Mit Blumen, die sehr helle oder auch weiße Blüten haben, und Sträuchern mit silbrigen Blättern lässt sich diesem Phänomen entgegenwirken. Nachtblüher sind nicht nur der Optik wegen empfehlenswert, sondern auch weil sie einen leichten Duft versprühen, der nachtaktive Tiere anlockt. Der Besuch von Fledermäusen, Glühwürmchen und nachtaktiven Faltern z. B. ist einem Gartenbesitzer nur bei Nacht beschieden.

Beleuchtung im nächtlichen Garten

Wenn das Tageslicht bei Sonnenuntergang verschwindet, stellt sich die Frage der künstlichen Beleuchtung im Garten. Um eine möglichst natürliche Atmosphäre zu bewahren, empfiehlt Leendertz das Aufstellen mehrere Windlichter oder die Dekoration mit Lichterketten. Auch Strahler können zur Hervorhebung einzelner Partien eingesetzt werden, doch sie rät in Sachen künstlicher Beleuchtung, nach dem Grundsatz „weniger ist mehr“ zu planen, damit die geheimnisvolle Atmosphäre, die ein nächtlicher Garten bietet, erhalten bleibt. Leendertz lenkt in ihrem Buch die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt des Gartenbaus, der häufig sprichwörtlich im Dunklen verborgen ist. Mit einem ausführlichen Pflanzenführer und einem Extrakapitel zur Nutzung des abendlichen Gartens macht der Ratgeber Lust auf eine Erkundung des Gartens, bei dem man sich weniger auf seine Augen verlässt, sondern die Atmosphäre stattdessen mit allen anderen Sinnen aufnimmt und genießt.

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