Die Schreibstube, das Kontor oder das Büro – der Ort, an dem Menschen Informationen erhalten, sammeln, verarbeiten, weitergeben oder archivieren, hat sich nicht nur in seiner Bezeichnung im Laufe der Zeit verändert. Arbeitsbedingungen, Anforderungen und Ausstattung der Räumlichkeiten haben sich speziell seit Beginn des 20. Jahrhunderts einem enormen Wandel unterzogen. Zu diesem Zeitpunkt hielt der technische Fortschritt in Form von Telefon und elektrischem Licht in den Büros (von frz. bureau) Einzug. Fortan sorgten Neuerungen, wie die Schreibmaschine, der Fernschreiber, das Fax oder der Computer für eine stetige technische Entwicklung im Büroalltag.

Die Büroleuchte: ein Utensil, das überlebt hat

Während Fernschreiber und Schreibmaschinen längst nur noch in Museen zu bewundern sind, ist eine der Entwicklungen aus dieser Zeit auch heute noch in Büros zu finden: die Büroleuchte. Gutes und richtiges Licht ist im Hinblick auf wirtschaftliches und ergonomisches Arbeiten wichtiger denn je. Die Arbeit im Büro bestand schon immer hauptsächlich aus anstrengenden Sehaufgaben, die durch die Bildschirmarbeit noch größere Dimensionen angenommen haben. Eine Petroleumlampe – wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts – reicht für die Bewältigung der täglichen Büroarbeit schon lange nicht mehr aus.

Architekten, Ingenieure und Lichtdesigner für besseres Licht im Büro

Zu Beginn der 1920er Jahre waren nur etwa 20 % der Haushalte mit Strom und somit mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet. Auch die Beleuchtung in Büros bestand nur aus einer minimalen Grundbeleuchtung. Dieser Zustand sollte auch im Hinblick auf das Arbeiten am Abend und in den frühen Morgenstunden, wenn noch kein Tageslicht zur Verfügung stand, verbessert werden. Einer der ersten Ingenieure, der die schlechten Lichtbedingungen in Büros zum Anlass nahm, eine spezielle Arbeitsleuchte zu entwickeln, war Curt Fischer. Er entwickelte 1921 eine Gelenkleuchte, die als Vorbild für alle weiteren Leuchten dieser Art dienen sollte und unter dem Namen Midgard Lenkleuchte auch heute noch bekannt ist.

Die Idee des „lenkbaren Lichts“ griffen nach ihm noch viele weitere Designer, Architekten und Ingenieure auf, die funktionale und dennoch optisch ansprechende Büro- und Arbeitsplatzleuchten entwarfen: der dänische Architekt Poul Henningsen mit der heute immer noch erhältlichen PH-Lampe, der Bauhaus-Schüler Wilhelm Wagenfeld mit der zeitlos schlichten Glastischleuchte, die nach ihm benannt wurde, oder der Engländer George Carwardine, der 1932 die Federzugleuchte Anglepoise erfand.

Sowohl für die Leuchtendesigner der damaligen Zeit als auch für die Lichttechniker, die heutige Büros ausstatten, ist eines wichtig: Das Licht in einem Büro muss blendfrei und hell sein. Heutzutage unterliegt die Bürobeleuchtung bestimmten Normen. Die europäische Norm EN 12464 besagt, dass die Gesamtbeleuchtung in einem Büro auf einen Wert von mindestens 750 Lux kommen muss, wovon eine Schreibtisch- oder Arbeitsplatzleuchte mindestens 300 Lux leisten sollte. Die Anforderungen an die Einzelplatzbeleuchtung in Büros werden in der DIN 5035 Teil 8, einer Ergänzung zu der Europäischen Norm, erläutert.

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