Ein Theaterstück lebt nicht nur vom überzeugenden Spiel seiner Darsteller, sondern auch von den gewählten Stilmitteln für die Inszenierung. Zu diesen Stilmitteln gehört neben einer effektvollen Kostümierung und Intonierung auch die atmosphärische Ausgestaltung der Szenerie mit Licht. Eine stimmungsvolle Theaterbeleuchtung richtet den Fokus im Theaterraum auf das Bühnengeschehen – die Darsteller und das Bühnenbild –, unterstützt das Spiel der Darsteller und die gesamte Dramaturgie. Eine gekonnte Lichtinszenierung erzeugt, im Zusammenwirken mit der musikalischen Untermalung, die vom Regisseur gewünschte Stimmung: zum Beispiel heiter oder melancholisch, bedrohlich oder ängstlich. Die Ausleuchtung der Darsteller unterstützt diese in ihrer Ausdrucksmöglichkeit der verschiedenen Emotionen.

Theaterbeleuchtung – wie alles begann

Schon in der Antike waren Theateraufführungen ein beliebtes Unterhaltungsmittel. Sie fanden jedoch stets am Tag auf einer Freilichtbühne statt und die Sonne diente als natürliche Lichtquelle. Als die Theateraufführung zum gesellschaftlichen Nachmittags- und Abendereignis wurde, leuchtete man diese meist in geschlossenen Räumen stattfindenden Veranstaltungen mit einer Unmenge an Wachs- bzw. Talgkerzen (2000 bis 3000 Stück) aus. Die Theater waren zu dieser Zeit hauptsächlich aus Holz gebaut und die Theaterbeleuchtung mit offenen Flammen barg natürlich große Gefahren. Dies änderte sich erst mit der Erfindung der Glühlampe 1879, wonach die künstliche Beleuchtung auch in den Theaterhäusern Einzug hielt. Zum dramaturgischen Stilmittel avancierte die Theaterbeleuchtung 1876, als Richard Wagner bei einer „Rheingold“-Aufführung während der ersten Bayreuther Festspiele den bis dahin stets erleuchteten Zuschauerbereich, in dem sich mitunter die Zuschauer in störender Lautstärke unterhielten, im Dunkeln ließ. Die Beleuchtung richtete den Fokus der Zuschauer stärker auf das Geschehen auf der Bühne.

Theaterbeleuchtung heute – kreatives Gestaltungsmittel mit unendlicher Vielfalt

Mit dem Einsatz von elektrischem Licht gestaltete sich die Beleuchtung ungefährlicher, mobiler und akzentreicher. Moderne Scheinwerfer und Strahler bieten schier unendlich viele Möglichkeiten, das Bühnenstück kreativ zu unterstützen: gezielte Anstrahlung von Schauspielern und Bühnenbildbereichen, breite Ausleuchtung, das Spiel mit unterschiedlichen Lichtfarben und Effekten. Neueste Lichttechnik macht effektvolle Lichtinszenierungen mittels LED und Laser möglich, die computergesteuert vom Lichtmischpult aus erfolgen. Die manuelle Bedienung der Theaterbeleuchtung wird nur noch selten angewandt.

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