Dass er selbst einmal als Designer tätig sein würde, hat er nicht geplant. Eigentlich war Management sein Ziel. Nun erfüllt Nicolas Terzani als Geschäftsführer und Designer von Terzani gleich beide Rollen. Welche Herausforderung es bedeutet, traditionelles italienisches Handwerk mit moderner Lichttechnik zu verbinden, verrät er im Interview mit Lampenwelt.de

Designer im Interview

Gesprächspartner: Nicolas Terzani | CEO & Designer von: Terzani | im Fokus: Soscik & Co. | » zum Shop

 

Interviews bekannter Leuchtendesigner im Lampenwelt-Blog

„Ich probierte nur ein paar meiner Ideen aus, und die waren erfolgreich,
also machte ich weiter. Es war nicht geplant.“

 

Lampenwelt: Haben Sie als Designer ein bestimmtes Vorbild?

Terzani: Nein, ich habe eigentlich kein bestimmtes Vorbild. Ich wurde in meiner Kindheit durch Jean Paul Crochet inspiriert, den ersten Designer, der in den Achtzigern und Neunzigern mit dem Unternehmen zusammenarbeitete, wodurch der Prozess der Designerzeugung eher einen künstlerischeren Ansatz als einen Designansatz hatte, und das hat mich auch darin inspiriert, wie wir heute Designs auswählen.

Lampenwelt: Wussten Sie schon so früh, dass Sie in die Fußstapfen Ihres Vaters treten und Ihre Karriere der Herstellung von Lampen widmen würden?

Terzani: Ich wusste sehr schnell, dass ich Teil des Designgeschäfts sein wollte, aber ich wollte eher im Management tätig sein. Das ist der Grund, warum ich mehr aus der Betriebswirtschaft als aus dem Design komme. Aber dann konnte ich vor etwa zehn Jahren überraschend den ganzen Designbereich übernehmen, obwohl ich keine Ausbildung und keinen Hintergrund im Design habe. Ich probierte nur ein paar meiner Ideen aus, und die waren erfolgreich, also machte ich weiter. Es war nicht geplant.

Lampenwelt: Bitte beschreiben Sie die Herausforderung, traditionelles italienisches Handwerk mit moderner Lichttechnik zu verbinden.

Terzani: Ich sehe es eher als Chance. Man muss jede Herausforderung als eine Chance ergreifen, etwas Neues zu tun. Neue Technologien erlauben uns, neue Designs zu entdecken, die mit der alten Technologie nicht realisiert werden konnten. Man erhält also eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten, was wirklich spannend ist.

Handwerk Terzani | Blog von Lampenwelt.de

Lampenwelt: Was ist Ihrer Meinung nach der besondere Mehrwert einer handgefertigten Leuchte?

Terzani: Dass jedes einzelne Teil einzigartig ist, das ist der größte Wert. Jedes einzelne Teil wird ein skulpturales Einzelstück sein, kein in Serie produziertes Stück.

Lampenwelt: Leuchtenkreationen von Terzani basieren häufig auf Glas und Metall. Was sind zurzeit Ihre bevorzugten Materialien?

Terzani: Kristall und Metall.

Lampenwelt: Ihre Pendelleuchte Soscik ist besonders beeindruckend. Was hat Sie dazu inspiriert?

Terzani: Ich habe in der Fabrik gearbeitet, als wir mit der Herstellung von Atlantis begannen. Wir benutzten die Ketten als Dekoration für unsere Kronleuchter. Terzani war wirklich die erste Beleuchtungsfirma, die das tat. Und wir waren so erfolgreich, dass ich sogar selbst Wochenenden damit verbrachte, zu bauen und zu helfen, damit wir liefern konnten. So lernte ich viel über die Arbeit mit den Ketten, das Interlacing. Und dann hatte ich diese Idee, warum nicht etwas Klassischeres entwerfen, etwas, das die Menschen mehr im Gedächtnis haben als die sehr klassische Kronleuchterform. Ich begann in meiner Freizeit mit Interlacing zu experimentieren und mit Proportionen zu spielen, und so entstand die Leuchte, einfach so.

Leuchte Soscik von Terzani | Blog von Lampenwelt.de

Leuchte Soscik von Terzani | Blog von Lampenwelt.de
                          Nicolas Terzani hat das Design-Meisterwerk Soscik für den großen optischen Auftritt kreiert.

 

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„Es geht nicht nur um das Licht, sondern auch
um all die Reflexionen und Schattierungen um das Licht herum.“

Lampenwelt: Wie würden Sie den Nutzen beschreiben, die Ihre Leuchten den Kunden auf verschiedenen Ebenen bieten?

Terzani: Ich denke, das Schöne an einer Terzani-Leuchte ist, dass sie zu einem Blickfang in Ihrem Raum oder Haus wird, weil sie eher ein Kunstwerk als ein klassischer Kronleuchter ist, und aufgrund ihrer Einzigartigkeit. Da alles handgefertigt ist, sind alle unsere Beleuchtungskörper Einzelstücke. Die Interaktion von Licht und Schatten oder die Reflexion von Kristallen ist etwas, auf das wir sorgfältig achten bei der Herstellung unserer Leuchten. Es geht nicht nur um das Licht, sondern auch um all die Reflexionen und Schattierungen um das Licht herum; es erzeugt eine ganz besondere Atmosphäre.

Lampenwelt: Wie würden Sie Ihren eigenen Stil allgemein beschreiben?

Terzani: Ich mag einen minimalistischen Stil, aber mit einem gewissen Überraschungsmoment. Minimalismus beginnt mich etwas zu langweilen, daher versuche ich ein wenig mehr Farbe oder Mid-Century-Stile zurückzubringen, was gewissermaßen auch der Trend am Markt ist. Aber bei meinem Stil geht es wirklich um Details und die Liebe zum Detail, das ist mein Hauptaugenmerk. Und wenn man etwas mit Liebe zum Detail oder ohne Liebe zum Detail tut, erhält man entweder etwas Großartiges oder etwas wirklich Schlechtes, und dieser Unterschied ist sehr gering.

Terzani Bond - kleine Hängeleuchte, | Blog von Lampenwelt.de
Terzani Wabi - goldfarbene Wandlampe | Blog von Lampenwelt.de
Ortenzia - Hängeleuchte aus Metallblüten | Blog von Lampenwelt.de

Terzani Hook - spiralförmige Hängeleuchte | Blog von Lampenwelt.de
                                      Verschiedene Leuchten aus dem Hause Terzani: Bond, Wabi, Ortenzia, Hook.

 

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„Es gibt immer weniger Meisterstücke und immer mehr industriell wirkende Stücke
und ein bisschen zu viel von immer denselben Formen.“

Lampenwelt: Was sind die aktuellen Trends in Beleuchtung und Design?

Terzani: Ich verfolge die Trends ehrlich gesagt nicht sehr aufmerksam, da ich denke, dass es eine unserer Stärken ist, nicht von dem beeinflusst zu werden, was gerade passiert, und das gibt uns die Möglichkeit, origineller zu sein oder einen Trend zu setzen, wenn man anmaßend sein möchte. Ich bin zum Beispiel durch die Ausstellung hier gegangen und mir fehlte ein bisschen die Kreativität. Es gibt immer weniger Meisterstücke und immer mehr industriell wirkende Stücke und ein bisschen zu viel von immer denselben Formen. Es ist daher schwierig, etwas wirklich Einzigartiges zu finden. Das fällt mir auf.

Lampenwelt: Haben Sie eine Lieblingsleuchte?

Terzani: Die Hugo-Bodenleuchte von Terzani hat mir immer sehr gefallen; es ist ein Modell aus den Achtzigern, das heute noch sehr, sehr modern und aktuell ist. Aber jedes einzelne Design, das wir seit 2007 oder 2008 hervorgebracht haben – im Grunde habe ich sie ausgewählt. Daher gefallen mir alle!

Lampenwelt: Was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?

Terzani: Das Entwerfen neuer Produkte ist für mich der schönste Teil meiner Arbeit. Die Interaktion mit einem Designer oder Künstler und die Zusammenarbeit, um das Endprodukt zu erzeugen, das macht sehr viel Spaß, da man experimentiert, Dinge ausprobiert, zeichnet. Das gefällt mir sehr. Ich denke, es ist der beste Teil meiner Arbeit – die Produktentwicklung.

Terzani Hugo - ungewöhnliche Stehleuchte | Blog von Lampenwelt.deNicolas Terzanis Lieblingsleuchte: die Stehleuchte Hugo 

Lampenwelt: Wir danken Ihnen herzlich für das Interview.

(Das Interview ist eine Übersetzung des englischen Originals)

 

 

Terzani | Blog von Lampenwelt.de

Terzani zählt zu den Pionieren des italienischen Leuchtendesigns. Das Unternehmen vereint traditionelle Handwerkskunst und Moderne auf gekonnte Art und Weise. Ein künstlerischer Anspruch ist den luxuriösen Leuchten durch die Bank weg anzusehen – regelrechte Lichtskulpturen stammen aus der italienischen Leuchtenschmiede. Die Liebe zum Detail kommt in jeder Kreation zum Ausdruck. Freunde eines extravaganten und außergewöhnlichen Stils kommen mit Leuchtenkreationen aus dem Hause Terzani auf ihre Kosten. Jeder Raum, der mit einer Terzani-Leuchte ausgestattet ist, wird ganz sicher begeisterte Blicke auf sich ziehen.
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Terzani Markenwelt | Blog von Lampenwelt.de

 

 

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