Früher war er Apotheker, heute designt er Leuchten und ist Geschäftsführer der Linus Bopp Leuchten GmbH. Für Lampenwelt gibt Leonhard Bopp Einblick in die Arbeitsweise seiner Leuchtenmanufaktur und spricht über seine persönlichen Vorbilder und Designvorlieben. Was eine perfekte Leuchte für ihn ausmacht, ist ganz klar an moderne Lichttechnik gekoppelt.

Designer im Interview

Gesprächspartner: Leonhard Bopp | Geschäftsführer: Bopp & Escale | im Fokus: Silk & Co.| » zum Shop

 

Interviews bekannter Leuchtendesigner im Lampenwelt-Blog

„Ich bin kein gelernter Designer. Aber mit der Zeit, nachdem ich in die Firma eingestiegen bin, habe ich mich zwangsläufig damit auseinandergesetzt.“

Leonhard Bopp - Geschäftsführer von Bopp Leuchten | Blog von Lampenwelt.deLeonhard Bopp 

Lampenwelt: Welche Neuheiten präsentiert die Firma Bopp dieses Jahr auf der light+building?

Bopp: Wir präsentieren insgesamt acht verschiedene Neuheiten. Primär natürlich alle mit LED-Technik ausgestattet – von OLED-Leuchten bis hin zu LED-Bandleuchten, die mit Technik versehen sind, die per Smart Home gesteuert werden kann. Mit Farbveränderungen, verschiedenste Konzepte. Konzeptähnliche Leuchten, bei denen man selbst gestalten kann als Nutzer. Architektonisch interessante Deckenleuchten. Das ist unsere Palette, die wir dieses Jahr an Neuheiten vorstellen auf der Messe.

Lampenwelt: Sie gestalten auch selbst Leuchten. Wie sieht der Entstehungsprozess aus?

Leonhard Bopp: Ich bin kein gelernter Designer. Aber mit der Zeit, nachdem ich in die Firma eingestiegen bin, habe ich mich zwangsläufig damit auseinandergesetzt. Die Entstehung beginnt mit einer einfachen Skizze auf einem Blatt Papier – oft bei einem Glas Rotwein.

Dann wird das weiterverfolgt mit der Konstruktion: Es wird ein Prototyp gebaut, um zu sehen, wie es in Natura aussieht – die Größenverhältnisse, die Proportionen. Dann kommt das Licht irgendwann hinein und das Produkt muss mittlerweile etliche Tests durchlaufen, um allen Vorschriften zu genügen. Das ist grob die Vorgehensweise. Es sind viele Stunden, die diskutiert und ausprobiert werden. Auch mit meinem Hauptdesigner zusammen und dem Konstrukteur, der die Leuchten dann umsetzt und 3D-mäßig konstruiert.

 

 

Interviews bekannter Leuchtendesigner im Lampenwelt-Blog

„Als ich vor etwas mehr als 30 Jahren begonnen habe,
war für mich Ingo Maurer ein Vorbild.“

 

Lampenwelt: Haben Sie als Designer ein besonderes Vorbild?

Leonhard Bopp: Ingo Maurer. Als ich vor etwas mehr als 30 Jahren begonnen habe, war für mich Ingo Maurer ein Vorbild, weil es einfach außergewöhnlich war, was er damals gemacht hat. Das war immer Ziel – nicht identische oder in die gleiche Richtung gehende Produkte auf den Markt zu bringen, aber schon ein bisschen die Kunden auch zu kriegen, die Ingo Maurer führen.

Lampenwelt: Was macht eine perfekte Leuchte in Ihren Augen aus?

Leonhard Bopp: Oh je, schwierige Frage. Eine perfekte Leuchte … Mittlerweile hat man so viele Möglichkeiten, mit Technik die Produkte zu gestalten. Sie müssen einfach von der Oberfläche einwandfrei sein und technisch dem Endverbraucher die Möglichkeit bieten, die Lichtfarbe zu steuern oder die Helligkeit perfekt zu regeln. Das sind Dinge, die für mich eine perfekte Leuchte ausmachen.

Ingo-Maurer | Blog von Lampenwelt.deIngo Maurer – eine echte Designer-Ikone

Lampenwelt: Was ist Ihre bisher erfolgreichste Leuchtenkreation?

Leonhard Bopp: Die erfolgreichste Leuchtenkreation von uns ist die Leuchtenserie Silk. Diese haben wir vor vier Jahren auf den Markt gebracht. Sie ist gleich gut vom Markt angenommen und sehr gut verkauft worden. Gleichzeitig ist sie etliche Male in ähnlicher Form von anderen Marktteilnehmern auf den Markt gebracht worden. Wenn man ein erfolgreiches Produkt hat, ist das leider der andere Part, der auftritt. Aber es ist ein Zeichen, dass die Leuchte richtig gut war und nach wie vor ist.

Bopp - Silk - Gold | Blog von Lampenwelt.de
Bopp - Silk - Anthrazit | Blog von Lampenwelt.de

Bopp - Silk - Alu | Blog von Lampenwelt.de

Die Leuchtenserie Silk aus dem Hause Escale in verschiedenen Variationen (Gold, Anthrazit, Alu)

 

Interviews bekannter Leuchtendesigner im Lampenwelt-Blog

Vorteil der Leuchtenproduktion am Stammsitz in Deutschland: „Wenn irgendwo
ein Problem mit einer Leuchte ist, können wir prompt reagieren.“

 

Lampenwelt: Wie unterscheiden sich die Marken Bopp und Escale?

Leonhard Bopp: Früher haben sich die beiden Marken sehr stark abgegrenzt, mittlerweile grenzen wir uns primär über den Vertrieb der Produkte ab. Escale-Produkte werden wesentlich selektiver vertrieben. In der Regel sind es bei Escale außergewöhnlichere Produkte, bei denen wir auch mal experimentieren mit neuen Oberflächen, die in dem Bopp-Sortiment, das breiter gestreut wird, keinen Sinn machen. Das ist die hauptsächliche Abgrenzung zwischen den beiden Sortimenten.

Lampenwelt: Die Leuchtenproduktion an Ihrem Stammsitz in Deutschland ist Ihnen wichtig. Welche Vorteile ergeben sich für Ihre Kunden?

Leonhard Bopp: Der Hauptvorteil ist eigentlich, dass wir jederzeit, wenn irgendwo ein Problem mit einer Leuchte ist, reagieren können. Gerade bei LED-Leuchten kommt oft die Frage, ob das LED-Leuchtmittel oder LED-Band getauscht werden kann. Per Label muss man ja auszeichnen, dass das Leuchtmittel nicht vom Endverbraucher getauscht werden kann. Aber wir können eben, dadurch dass wir eine komplette Produktion an unserem Standort haben, jederzeit eine Leuchte reparieren – auch nach 10  bis 15 Jahren. Und natürlich haben wir durch die eigene Produktion auch die Möglichkeit, auch mal ganz prompt zu reagieren, wenn jemand partout sagt, das muss in einer Woche da sein. Bei einer Fertigung in Fernost hätte man da ein Problem mit der Lieferzeit. Das sind für unsere Kunden die Vorteile und das kriegen wir auch honoriert: Wir arbeiten sehr viel mit Fachgeschäften zusammen. Da wir einen guten Service bieten und innovativ sind, sind wir dieses Jahr schon zum zweiten Mal von dem Fachverband zum Lieferanten des Jahres gewählt worden.

 

Wie viele Leuchten von Bopp lässt sich auch die Hängeleuchte La Mer Manhattan per Bluetooth steuern. 

Lampenwelt: Welchen Stellenwert hat das Thema Smart Home für Sie und wie spiegelt sich dies in Ihrem Sortiment wider?

Leonhard Bopp: Das ist sehr wichtig für uns. Wir setzen uns schon lange damit auseinander. Wir waren mit die Ersten, die eine eigene Steuerung per Bluetooth für Leuchten entwickelt haben in unserem eigenen Haus. Gleichzeitig sind aber Steuerungen auf den Markt gekommen, die schon weiter waren als wir. Aber für uns spielt das eine riesige Rolle und wir bieten für mittlerweile 90 % Prozent unseres Sortiments die Möglichkeit an, die Leuchten mit Controllern auszurüsten, um zu dimmen und ggf. mit entsprechender Technik auch die Farbtemperatur zu steuern. Mittlerweile kann man sogar die Farbtemperatur steuern. Den Tagesrhythmus anpassen können Endverbraucher individuell mit entsprechenden Controllern. Insofern ist das Thema für uns sehr wichtig. Für mich als Apotheker, der naturwissenschaftlich geprägt ist, stellt sich auch die Frage, wie sich elektromagnetische Wellen auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken. Das weiß ich natürlich auch nicht, das bleibt abzuwarten. Aber das Thema ist für uns wichtig, es ist nicht aufzuhalten. Es kommt immer mehr, dass man per Smartphone elektrische Geräte steuern kann.

Lampenwelt: Wir danken Ihnen herzlich für das Interview.

(Das Interview ist eine gekürzte Mitschrift des Originals)

 

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Das mittelständische Familienunternehmen Bopp kreiert seit 1912 hochwertige Leuchten, stellt diese in eigener Produktion in Deutschland her und vertreibt sie international. Mittlerweile in der dritten Generation führt Leonhard Bopp das stark regional verwurzelte Unternehmen. Das Steckenpferd des Unternehmens: moderne Leuchten, die auf innovativer LED-Technik basieren. Dabei produziert Bopp seine Leuchten nicht nur für den Endkundenmarkt, sondern auch für B2B-Kunden. » zur Markenwelt

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