Den stärksten Trend sieht er darin, „dass alles menschlicher wird“. Das verrät Luceplan-Designer David Dolcini im Interview mit Lampenwelt.de. Was er liebt, ist die Handwerkskunst, die hinter dem Design steht. Und damit ist er als Designer für Luceplan an der richtigen Adresse. Bei der italienischen Leuchtenmanufaktur stehen Schönheit, Perfektion und Funktion an erster Stelle. Eine perfekte Leuchte entsteht in David Dolcinis Augen erst, wenn verschiedene Komponenten im Gleichgewicht zusammenkommen: perfekte Proportionen, eine ansprechende Gestaltung, eine ausgesprochene Funktionalität und natürlich auch der richtige Preis.

Designer im Interview

Gesprächspartner: David Dolcini | CEO & Designer von: Luceplan| im Fokus: Lita| » zum Shop

 

Interviews bekannter Leuchtendesigner im Lampenwelt-Blog

„Designer zu werden, ist etwas, das man nicht planen kann.
Man fühlt es, und dann folgt man einfach dem Weg des Designs.“

 

Lampenwelt: Was war Ihre Motivation, Designer zu werden? Und genauer gefragt, was hat Sie zum Gestalten von Leuchten bewogen?

Dolcini: Designer zu werden, ist etwas, das man nicht planen kann. Man fühlt es, und dann folgt man einfach dem Weg des Designs. Wie ich zum Leuchtendesign kam, war eine etwas merkwürdige Geschichte. Ich arbeitete als Licht- und Projektmanager für Luceplan, und danach habe ich gelernt, wie man Leuchten fertigt. Ich habe mich wirklich in Beleuchtung verliebt, das ist der Grund.

 

Interviews bekannter Leuchtendesigner im Lampenwelt-Blog

„Von jedem Altmeister
nimmt man ein paar Dinge mit auf den Weg.“

Lampenwelt: Wollten Sie schon immer Designer werden?

Dolcini: Am Anfang nicht. Aber je mehr ich in die Designarbeit einstieg, desto mehr wollte ich es. Zu Beginn habe ich nicht einmal darüber nachgedacht, Designer zu sein, ich liebte die Handwerkskunst und das, was hinter dem Design steht, was für das Design sehr wichtig ist.

Lampenwelt: Haben Sie als Designer ein bestimmtes Vorbild?

Dolcini: Ich würde sagen, ich habe einige. Ich kann nicht nur einen nennen, da man von jedem Altmeister ein paar Dinge mit auf den Weg nimmt. Wir lassen uns immer von dem inspirieren, was wir lernen, und das tue ich auch. Ich würde sagen, es steckt ein kleiner Teil von jedem in meinem Design.

Lampenwelt: Was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?

Dolcini: Eigentlich lasse ich mich nicht von Dingen inspirieren. Ich suche nach der Inspiration. Abhängig von der Aufgabe suche ich also nach den Dingen. Es ist so, als wenn man etwas braucht und am Anfang gar nicht wirklich weiß, wonach man suchen soll. Aber man fängt an, nach den Dingen zu suchen, die man benötigt, und dann kommt es plötzlich. Je mehr man lernt, desto mehr Chancen erhält man, inspiriert zu werden.

Lampenwelt: Welche Trends sehen Sie bei Beleuchtung, Materialien und Design?

Dolcini: Trend ist ein schwieriges Wort. Ich würde sagen, der stärkste Trend ist momentan, dass alles menschlicher wird. Das ist einer der Gründe, warum ich in meinem letzten Projekt für Luceplan – Lita – Holz verwendet habe. Nämlich um dem Produkt ein menschlicheres Gefühl zu geben, weil die Menschen sich Dinge wünschen, die ihnen ein besseres und warmes und sicheres Gefühl in Bezug auf die Zukunft geben.

Lita von David Dolcini | Blog von Lampenwelt.deFür David Dolcinis jüngste Leuchte für Luceplan namens Lita hat der Designer Holz verwendet, um ihr eine menschliche und warme Anmutung zu geben.

 

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„Es gibt eine Lampe, die ich wirklich liebe:
Es ist Mesh von Francisco Gomez Paz.“

Lampenwelt: Was ist Ihre bisher erfolgreichste Leuchtenkreation?

Dolcini: Meine erfolgreichste Leuchte ist Garbi. Garbi war mein erstes Leuchtendesign für Luceplan im vergangenen Jahr. Das war eine sehr, sehr anspruchsvolle Aufgabe. Es war wirklich eine Herausforderung, weil die Lampe aus Aluminiumdruckguss war, aber wir haben es geschafft und das Ergebnis war fantastisch. Die Marktresonanz war erstaunlich, weil es eine Lampe ist, die den richtigen Preis hat, die richtige Identität und passend für alles ist, sodass sie auf dem Markt und bei den Nutzern ankam. Sie ist einfach und nützlich und funktional. Ich denke, das waren die Gründe für ihren Erfolg.

Lampenwelt: Haben Sie eine Lieblingsleuchte, die Sie selbst oder ein anderer Designer entwickelt hat?

Dolcini: Es gibt eine Lampe, die ich wirklich liebe, es ist Mesh von Francisco Gomez Paz. Es ist eine moderne Lampe aus den letzten Jahren. Aber eine andere Lampe, mit der ich aufgewachsen bin, ist Parentesi von Achilles Castiglioni, die die perfekte Lampe für diese Zeit war. Daher gefällt sie mir.

Mesh von Gomez Paz | Blog von Lampenwelt.de

Francisco Gomez Paz | Blog von Lampenwelt.de
                                Die Leuchte Mesh von Francisco Gomez Paz ist eine von David Dolcinis Lieblingsleuchten. 

 

Lampenwelt: Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit dem Hersteller empfunden?

Dolcini: Es ist immer Teamarbeit, also ist das Ergebnis bei einem Beleuchtungsdesign nie nur auf den Designer oder nur auf die Marke zurückzuführen. Es ist immer eine Teamleistung. Ich erledige meinen Teil und dann tauschen wir unsere Gedanken aus. Dann machen sie ihren Teil und so funktioniert das. Wenn also jeder arbeitet und auch richtig arbeitet, wird das Ergebnis fantastisch. In dieser Weise müssen wir mit Unternehmen und Herstellern zusammenarbeiten.

Lampenwelt: Gibt es neben Leuchten ein Objekt oder Projekt, das Sie gerne entwerfen würden? Welches Objekt wäre das und wie würde es aussehen?

Dolcini: Ich denke, eines der am schwierigsten zu entwerfenden Dinge, etwas, das viele Designer versuchen zu entwerfen – nicht alle erfolgreich, aber etwas, das immer noch sehr interessant ist – ist der Schalter. Er ist etwas, das mit Licht verbunden ist, aber manchmal kann man den Schalter, den man sich vorstellt, einfach nicht finden. Sie sind immer zu groß oder zu klein oder nicht perfekt für die Lampe geeignet, also ist der Schalter vielleicht etwas, das ich gerne gestalten würde.

FLOS Parentesi | Blog von Lampenwelt.deMit der Leuchte Parentesi von Achilles Castiglioni ist David Dolcini aufgewachsen – sie zählt bis heute zu seinen Lieblingsleuchten.
Lampenwelt: Was macht eine erfolgreiche Leuchte für Sie aus? Welche Leuchten gefallen Ihnen besonders aufgrund ihres Designs oder ihrer Lichtwirkung?

Dolcini: Was eine Lampe oder eine Leuchte erfolgreich macht, ist das Gleichgewicht aller Werte. Sie muss wohlproportioniert sein, sie muss gut gestaltet sein, sie muss funktional sein und den richtigen Preis haben. Das ist der Punkt; wenn man das richtige Gleichgewicht zwischen all diesen Dingen findet, dann wird es natürlich ein Erfolg. Und, was ich wirklich unterstreichen möchte – wir müssen zeitlose Objekte entwerfen, nicht nur weil sie sich für längere Zeit verkaufen lassen, sondern auch in Bezug auf Nachhaltigkeit. Wir müssen Dinge schaffen, von denen der Kunde zehn oder 20 Jahre etwas hat, die dann immer noch nützlich und gut sind.

 

Lampenwelt: Wie bewerten Sie die derzeit auf dem Markt erhältlichen LEDs hinsichtlich ihrer Lichtqualität? Gibt es Nachteile gegenüber dem Licht von Glühbirnen?

Dolcini: Ich beschwere mich nicht über LED-Lichtquellen. Das einzige ist, dass es Zeit braucht, neue Technologien kennenzulernen, und LED-Technologien sind noch ziemlich neu. Es dauert also eine Weile, bis sich die Technologie soweit verbessert hat, dass sie ein gutes, stabiles Ergebnis liefert, aber gleichzeitig müssen Designer und Unternehmen immer weiter dazulernen und sicherlich wird die Effizienz von Lampen in den nächsten Jahren immer besser werden.

 

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„Zeitlos bedeutet nicht, dass Leuchten wie in den Fünfzigerjahren
entwickelt werden müssen. Daher ist Technologie so wichtig.“

Lampenwelt: Was macht eine erfolgreiche Leuchte für Sie aus?

Dolcini: Natürlich macht der Preis eine Leuchte erfolgreich. Aber es gibt etwas, das ich noch nicht in Bezug auf eine erfolgreiche Leuchte erwähnt habe. Eine Leuchte kann bei Luceplan erfolgreich sein, aber nicht bei anderen Marken. Also muss eine erfolgreiche Leuchte die Identität eines Unternehmens repräsentieren, denn sonst kann die Leuchte nicht funktionieren. Wenn sie nicht die Werte des Unternehmens vermitteln kann, wird sie sich nicht verkaufen. Luceplan, zum Beispiel, ist Technologie, Luceplan ist raffiniert und schön und besitzt großes Know-how in Technologien. Das ist das Wichtige. Wenn man also beim Designen nicht über diese Dinge nachdenkt, wird die Leuchte keinen Erfolg haben.

Lampenwelt: In welchem Ausmaß beeinflusst technischer Fortschritt in der Beleuchtungstechnologie Ihr Design?

Dolcini: Ich denke, er ist enorm wichtig. Der Anteil, den Technologie am Design hat, insbesondere in der Beleuchtung, ist so groß, da man heute extrem filigrane Lampen herstellen kann, was vor zehn Jahren nicht möglich war. Design basiert auf Technologie, daher muss man alle neuen Technologien kennen, damit man etwas genauso machen kann, wie man es möchte. Zuvor habe ich den Begriff „zeitlos“ verwendet, aber zeitlos bedeutet nicht, dass Leuchten wie in den Fünfzigerjahren entwickelt werden müssen. Zeitlos kann kontemporär und auch futuristisch sein. Daher ist Technologie so wichtig und wir alle müssen bei unserer Arbeit ein Auge auf die Technologie haben.

Lampenwelt: Wir danken Ihnen herzlich für das Interview.

(Das Interview ist eine Übersetzung des englischen Originals)

 

 

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Luceplan wurde 1978 von den drei jungen Architekten Riccardo Sarfatti, Sandra Severi und Paolo Rizzatto in Mailand gegründet. Heute gehört Luceplan zu den bekanntesten Designerleuchten-Herstellern auf der ganzen Welt. Schönheit, Perfektion und vor allen Dingen die Funktion der Leuchtenkreationen stehen im Fokus bei Luceplan. Dabei fließen stets langjährige Erfahrung, moderne Forschung und ein Höchstmaß an Innovation ein, sodass sich schließlich das von Luceplan geprägte Design ergibt. Der wohl berühmteste Designklassiker aus dem Hause Luceplan ist die Tischleuchte Costanza, aus der eine ganze Leuchtenfamilie erwachsen ist. » zur Markenwelt

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