14 Millionen Solariennutzer und rund 45.000 kommerziell betriebene Solariengeräte sind der statistische Beweis für den Siegeszug einer Erfindung, die vor 37 Jahren mehr zufällig als gewollt entstand. Der Stuttgarter Ingenieur Friedrich Wolff, der in den 1970er Jahren in der Gesundheitsbranche tätig war, suchte nach einer Technik, die Depressionen vertreiben konnte. Er entwickelte die sogenannte Sonnenbank, die mit ihrem hellen Licht das Gemüt aufhellen sollte. Dass man bei diesen Sonnen- bzw. Lichtbädern auch braun wurde, war zunächst ein Nebeneffekt, der sich im Laufe der Zeit zum eigentlichen Zweck der Solarien entwickelt hat.

Gesundheitlich nicht immer unbedenklich

Dass seine Erfindung jedoch nicht nur positive Effekte hervorrief, sondern auch negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hatte, musste auch Wolff bald feststellen. Die UV-Strahlung, die die speziellen Leuchtstoffröhren bzw. Hochdrucklampen im Solarium abgeben, ist für das menschliche Auge schädlich, weshalb das Tragen einer speziellen Schutzbrille vonnöten ist. Auch die Haut trägt bei übermäßiger Bestrahlung Schäden davon. Heute weiß man, dass UV-Strahlung ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Hautkrebs ist. Aus diesem Grund ist 2009 ein Gesetz in Kraft getreten, dass es Minderjährigen verbietet, öffentliche Solarien zu benutzen. Seit Anfang dieses Jahres wird Betreiber von Sonnenstudios außerdem gesetzlich vorgeschrieben, geschultes Personal zu beschäftigen.

Solarien mit LEDs?

Fast vier Jahrzehnte nach seiner ersten Erfindung hat sich Friedrich Wolff daran gemacht, die gesundheitlichen Risiken der Sonnenbank zu minimieren bzw. zu eliminieren, indem er die Leuchtmittel mit UV-Strahlung gegen LED-Lampen austauschte. Da LEDs grundsätzlich frei von UV-Strahlung sind, hat Wolff mit der LED-Sonnenbank ein UV-freies Solarium geschaffen. Fraglich ist allerdings, ob das neue Gerät von Solarienfans begeistert aufgenommen werden wird, da ohne UV-Strahlung auch so gut wie keine Bräunung der Haut einsetzt. Mit der LED-Sonnenbank zielt Wolff vielmehr auf Entspannung und antidepressive Wirkung ab. Ob das künstliche Sonnenbad damit für Sonnenstudiobesucher seinen Reiz verliert, wird die Zukunft zeigen.

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