Die Sonne spielt im Alltag der Menschen eine sehr zentrale Rolle. Früher begannen beispielsweise die Bauern bei Sonnenaufgang ihr Tagewerk und gingen „mit den Hühnern“ – also bei Sonnenuntergang – zu Bett.  Literaten und Komponisten ließen und lassen sich von der Sonne inspirieren. Vor allem der Sonnenuntergang ist ein Sinnbild der Romantik und wird sehr oft als Stilmittel in Film und Fernsehen eingesetzt. Aber auch der Aufgang der Sonne ist jeden Tag wieder ein Ereignis von ganz besonderem Reiz und perfekter Schönheit, weshalb es sich lohnt, öfter einmal früh aufzustehen.

Sonnenaufgang – der Tag erwacht

Wunderschön anzusehen ist es jeden Tag aufs Neue, wenn die Sonne am frühen Morgen am Horizont erscheint. Ein neuer Tag bricht an, alles scheint möglich. Deshalb gilt der Sonnenaufgang auch als Symbol für einen Neuanfang. Im Gegensatz dazu werden dem Sonnenuntergang Zustände wie Passivität, Regeneration und Ruhe zugeschrieben.

Physikalisch betrachtet, sind Sonnenaufgang und -untergang das Resultat der Erdrotation, also der Erddrehung. Der „blaue Planet“ dreht sich im Laufe von 24 Stunden einmal um sich selbst. In diesen 24 Stunden sind manche Erdteile dem Fixstern Sonne zugewandt und andere von ihm abgewandt, so dass die Erdbewohner Sonnenaufgang und -untergang nie gleichzeitig, sondern stets zeitversetzt erleben. Da die Sonne aber ein Fixstern ist – sich also nicht bewegt – entsteht nur der Eindruck, dass die Sonne am Horizont auftaucht bzw. untergeht, denn es ist der Betrachter, der sich mit der Erde bewegt, und nicht die Sonne selbst.

Im Sprachgebrauch blieb trotz dieser physikalischen Erkenntnisse die Terminologie aus der Zeit des geozentrischen Weltbildes, als die Erde als Mittelpunkt betrachtet wurde, erhalten.

Sonnenlicht – unerreicht in Farbe und Intensität

Zu Sonnenaufgang und -untergang gehören Abend- und Morgenröte, die aufgrund der Lichtbrechung entstehen. Von Rot, Gelb, Grün, Blau bis Violett – das Sonnenlicht beinhaltet alle Spektralfarben, wobei der Gelbanteil am höchsten ist.  Die Menschen nehmen die Sonne deshalb als gelben bzw. gelbroten Ball wahr. Die Wellenläge des blauen Lichts ist kürzer, weshalb es stärker und schneller gestreut wird. Abends ist fast nur noch das rote, langwellige Licht zu sehen, weil der Weg des Sonnenlichts zum Betrachter länger wird und deshalb der Anteil des blauen Lichts kleiner wird: Die Abendröte ist zu sehen. Um den Sonnenuntergang bewundern zu können, muss man sich beeilen, denn es dauert gerade einmal drei bis vier Minuten (Mitteleuropa), bis die Sonne nach der ersten Horizontberührung versunken ist. In der Nähe des Äquators ist dieses wunderschöne Schauspiel nach ca. zwei Minuten vorbei. Die Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten sind vom jeweiligen Breitengrad des Aufenthaltsortes des Betrachters abhängig.

Bereits zum Zeitpunkt der Morgendämmerung – ca. eine Viertelstunde vor Sonnenaufgang – hat das Sonnenlicht die Kraft einer herkömmlichen Straßenbeleuchtung (10 Lux) erreicht. Ca. 16 Minuten nach Sonnenaufgang erreicht die Leuchtkraft der Sonne schon mehr als 750 Lux. Auch im Zeitalter der elektrischen Beleuchtung ist es noch nicht gelungen, die Leuchtkraft der Sonne künstlich zu ersetzen.

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