Das menschliche Auge verändert sich im Laufe des Lebens und benötigt je nach Alter mehr oder weniger Licht, um die gleiche Sehleistung zu erbringen. Als jung kann man das menschliche Auge etwa bis zum 40. Lebensjahr bezeichnen, danach tritt eine merkliche Verschlechterung der Sehleistung ein. So braucht z. B. ein 60-Jähriger, der normalsichtig ist, doppelt so viel Licht wie ein 25-Jähriger, um die gleiche Leistung zu erreichen. Dies liegt daran, dass im Alter einerseits die Farbwahrnehmung durch die geringere Lichtdurchlässigkeit der Linse eingeschränkt ist und andererseits die Pupille nicht mehr so elastisch ist, so dass die Anpassungsfähigkeit eingeschränkt ist. Eine Reduzierung der Sehschärfe und Kontrastempfindlichkeit sowie eine erhöhte Blendempfindlichkeit sind die Folge. Bei der Planung der Wohnraumbeleuchtung oder der Beleuchtung von Seniorenheimen sind diese Aspekte im Hinblick auf Beleuchtungsniveau, Blendungsgrenze und Farbwiedergabe zu beachten.

Senioren brauchen mehr Licht

Das richtige Licht für Senioren zeichnet sich dadurch aus, dass es einerseits Sicherheit bei der Orientierung gibt, andererseits aber auch zum Wohlfühlen beiträgt. Dieses Wohlfühlen besteht aus mehreren Komponenten: Können bisherige Tätigkeiten, wie Lesen oder Handarbeiten, weiterhin ausgeübt werden, wirkt sich dies positiv auf das gesamte Lebensgefühl aus. Zu einer verbesserten Allgemeinsituation für Senioren kann das richtige Licht aber auch beitragen, wenn es ein adäquater Ersatz für das fehlende Tageslicht ist. Senioren verbringen mehr Zeit im Haus als jüngere Menschen, deshalb sollte sich das Kunstlicht dem Tagesverlauf anpassen, um den bei älteren Menschen häufig gestörten Tag-Nacht-Rhythmus zu unterstützen. Tageslichtlampen, dimmbare Leuchten und ortsveränderliche Leuchte, wie Tisch- oder Stehleuchten, mit denen man individuell das Beleuchtungsniveau nach Bedarf erhöhen kann, können helfen, den vermehrten Lichtbedarf von älteren Menschen zu decken.

Arbeitsplatzbeleuchtung für die Generation 50 plus

Auch im Berufsleben ist ein besonderes Augenmerk auf den höheren Lichtbedarf von älteren Arbeitnehmern zu legen. Die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz sollte ein Drittel bis um die Hälfte über der Norm liegen. Liegt die allgemeine Beleuchtungsstärke in Büroräumen bei ca. 500 Lux, sollte diese für einen Arbeitnehmer ab 50 Jahren auf bis zu 800 Lux erhöht werden. Mit einer zusätzlichen Schreibtischleuchte an seinem Arbeitsplatz kann dies auf unkomplizierte Weise erreicht werden.

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