Schon Johann Wolfgang von Goethe hatte erkannt, dass Farben eine Wirkung auf die menschliche Psyche haben, und seine Ergebnisse 1810 in einem Buch mit dem Titel „Zur Farbenlehre“ veröffentlicht. Damit zählte er zu den ersten Europäern, die sich mit der psychologischen Wirkung von Farben beschäftigten. Als alternative Heilmethode wird die Farbtherapie (Chromotherapie) heutzutage eingesetzt, um bestimmte psychische und physische Leiden zu behandeln. Farben wirken sich positiv auf das Nervensystem, das Immunsystem, den Blutdruck und die Herzfrequenz aus. Diese positive Wirkung von Farben machen sich nicht nur Therapeuten, sondern auch Arbeitspsychologen, Raumgestalter, Designer und Verkaufspsychologen zunutze. Immer wichtiger werden Farben und farbiges Licht im Wellness-Bereich, und auch die asiatische Lehre des Feng Shui, die sich mit dem Einsatz von Licht und Farbe beschäftigt, erfreut sich im westlichen Kulturkreis immer größerer Anerkennung.

Stimmungen erzeugen mit farbigem Licht

Dass farbiges Licht eine starke emotionale Wirkung hat, ist Bühnentechnikern, Veranstaltungsplanern und Lichtdesignern nicht unbekannt. Bei Theateraufführungen, Konzerten und Ausstellungen ist farblich wechselndes Licht ein wichtiges Gestaltungselement. Auch im eigenen Zuhause kann man sich die Wirkung von farbigem Licht für die Erzeugung unterschiedlicher Stimmungen zunutze machen. So lässt z. B. rötliches Licht einen Raum bis zu 4°C wärmer erscheinen als etwa einen bläulich beleuchteten Raum. Damit eignet sich rötliches Licht besonders für die Akzentbeleuchtung in Wohnräumen. Für Küche und Esszimmer bietet sich Licht mit Orangetönen an, denn diese Farbe regt den Stoffwechsel und die Nierentätigkeit an. Gelbliches Licht wiederum fördert die Konzentration und wirkt kraftspendend – Fähigkeiten, die man für die individuelle Lichtgestaltung in den eigenen vier Wänden sicherlich gut einzusetzen weiß. Grün hingegen ist bekannt für seine beruhigende Wirkung und hilft, den Organismus bei Stress und Schlafstörungen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wirkung von Farblicht: biologisch vs. psychologisch

Beschäftigt man sich mit der Wirkung von farbigem Licht, sollte man grundsätzlich eine Unterscheidung beachten: die psychologische und die biologische Wirkung. Aus diesen beiden Ansätzen ergibt sich nämlich ein interessanter Widerspruch. Psychologisch gesehen ist Blau eine beruhigende Farbe und Rot eine eher anregende. Biologisch gesehen jedoch wirkt blaues Licht anregend, und rotem Licht wird eine eher müde machende Wirkung zugeschrieben. Dieser gegensätzliche Effekt erschwert jegliche Lichtplanung. Ein Kompromiss, der mit beiden Wirkungsweisen vereinbar wäre, besteht darin, die psychologische Wirkung von Farben mehr in die Akzentbeleuchtung einfließen zu lassen, während die biologische Wirkungsweise von Farblicht bei der Wahl der Allgemeinbeleuchtung berücksichtigt werden sollte.

3 Responses

    • antje.leimert

      Ja, Licht wird für die Bildung von Vitamin D benötigt, das der menschliche Körper wiederum zur Verwertung von Calcium braucht. Aber auch für die Psyche ist Licht von Bedeutung. Menschen mit Lichtmangel leiden oft unter depressiven Verstimmungen.

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