In jeder Familie gehören Fotos und Videos, die an besondere Ereignisse, wie Geburt, Taufe, Schulanfang oder Hochzeit, erinnern, ganz selbstverständlich zum Alltag. Mittlerweile kann man selbst mit Handys scharfe Bildaufnahmen machen. Ihren Anfang nahm die Bildergeschichte bereits um das Jahr 1000 n. Chr. mit dem arabischen Naturforscher Ibn al Haitham, der das Prinzip der „Camera obscura“ entdeckte.

Wie alles begann

Der Begriff „Camera obscura“ (lat. für dunkler Raum) wurde vor allem von dem berühmten Naturphilosoph Johannes Kepler geprägt und steht für den Vorgang, dass ein kleines Loch in der Wand Licht in den ansonsten dunklen Raum lässt, was bewirkt, dass an der gegenüber liegenden Wand des Raumes ein auf dem Kopf stehendes Bild des Geschehens außerhalb entsteht. Es wurden Kästen gebaut, die dieses Prinzip aufgriffen und ab dem 17. Jahrhundert Malern dazu dienten, möglichst naturgetreue Abbildungen schaffen zu können. Im Jahre 1655 schuf Johannes Zahn erstmals kleine Kameras mit austauschbaren Linsen – die Vorläufer heutiger Fotoapparate.

Die Laterna magica

Man suchte nach der Möglichkeit, die an die Wand projizierten Bilder wiedergeben zu können. Hier kommt die „Laterna magica“ ins Spiel, die Urform des Diaprojektors bzw. Beamers. Bei der „Laterna magica“ wird das umgekehrte optische Prinzip wie bei der „Camera obscura“ angewandt. Sie besteht aus einem Kasten mit Loch, einer Lichtquelle, einer Sammellinse, einem Hohlspiegel und einer bemalten Glasplatte, die auf dem Kopf stehend zwischen Lichtquelle und Loch im Kasten platziert wurde. Vor diesem Loch befindet sich eine Sammellinse. Die Laterna magica wurde zur Attraktion auf Jahrmärkten und in Privathaushalten. Die Bilder für die Ewigkeit auf Papier zu bannen, war erst ab dem 19. Jahrhundert mit dem Einsatz lichtempfindlicher Fotoplatten möglich. Erstmals gelang dies 1816 Joseph Nicéphore Nièpcecht. Er konnte ein Bild der Camera obscura auf Chlorsilberpapier projizieren, aber nicht festhalten. Dies gelang ihm dann 1826: Er machte ein Bild mit dem Blick aus seinem Arbeitsraum und schuf damit das erste Foto der Welt. Es war 20 x 16,5 cm groß und hatte eine Belichtungszeit von acht Stunden.

Die Bildverfahren wurden immer ausgeklügelter und schließlich gelang William Henry Fox Talbot die Herstellung von Negativen und daraus die Entwicklung von Positiven, so dass es möglich wurde, von einer Fotografie Abzüge zu machen. 1887 wurde der erste Zelluloidfilm erfunden und 1907 der erste Farbfilm von den Brüdern Lumière auf den Markt gebracht. Die Lumières hatten bereits die Laterna magica weiterentwickelt und 1895 in Paris mit dem Cinématographe Lumière den ersten Film mit beweglichen Bildern vorgeführt.

In der Folgezeit wurden bessere Linsen entwickelt und die Belichtungszeiten verkürzten sich. 1981 nahm dann das Zeitalter der Digitalfotografie seinen Anfang. Sony stellte auf der Photokina die erste Digitalkamera vor. Die Entwicklung geht weiter und man darf gespannt sein, wie diese aussehen wird.

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