Die einen fürchten es, die anderen erfreuen sich an dem schaurig-schönen Naturschauspiel von Blitz und Donner. Die Furcht vieler Menschen ist nicht ganz unberechtigt, schließlich können Blitzeinschläge Brände verursachen und – treffen sie Menschen oder Tiere – für tödliche Stromspannungen sorgen. 100.000 Kilometer pro Sekunde, 30.000 Grad Celsius, 100.000 Ampere Stromstärke und über zwei Millionen Volt Spannung – das sind die Werte, die einen einzigen Blitz zu einer mächtigen Naturgewalt machen. Der dem Blitz meist auf den Fuß folgende Donner ist ein Nebenprodukt, das aufgrund der großen Wärmeentwicklung entsteht. Die Luft dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen, wobei ein lauter Knall zu hören ist. Da die Schallgeschwindigkeit geringer ist als die Lichtgeschwindigkeit, sieht man zuerst den Blitz, bevor man den Donner hört, auch wenn beides eigentlich zur selben Zeit passiert.

Entstehung von Blitzen

Blitze treten meist im Zusammenhang mit Gewittern in Erscheinung. Diese wiederum entstehen im häufigsten im Sommer, wenn es sehr warm ist und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Sogenannte Wärmegewitter entwickeln sich, wenn warme, feuchte Luft sehr schnell in die hohen, kalten Bereiche der Atmosphäre gelangt. Dort entstehen große Wolkenberge, in deren hohen Schichten die zu Eiskristallen gefrorenen Wassertropfen durch starke Windböen aneinander reiben und so Spannung erzeugen. Sobald diese Spannung einen Wert von drei Millionen Volt überschreitet, entlädt sie sich in Blitzen. Wie jedoch Blitze genau entstehen und warum es verschiedene Arten gibt, hat die Forschung bis heute nicht klären können.

Das sogenannte Wetterleuchten (mittelhochdeutsch „weterleichen“: weter = Wetter, leichen = tanzen, hüpfen) kommt dann zustande, wenn das Gewitter sehr weit entfernt ist und man nur eine Reflektion der Blitze in den Wolken sieht, die eigentlichen Blitze aber nicht. Auch den Donner hört man nicht, da diese akustische Gewittererscheinung nur etwa in einem Umkreis von 18 Kilometern zu hören ist.

Schutz vor Blitzeinschlägen

Dass Blitzeinschläge verheerende Schäden anrichten können, wird einem spätestens dann bewusst, wenn man nach einem Wärmegewitter die Sirenen heulen hört, weil der Blitz ein Haus, eine Scheune oder einen Baum in Brand gesetzt hat. Deshalb ist es so wichtig, Häuser mit einem Blitzableiter zu schützen. Dieser leitet den Blitz vom höchsten Punkt des Hauses in die Erde und schützt somit das Gebäude und seine Bewohner. Da aber alle unsere elektrischen Leitungen geerdet sind, kann es sein, dass der Blitz von der Erde aus in das Strom- und Telefonnetz gelangt und über die Steckdosen und Telefonanschlüsse die elektronischen Geräte im Haus zerstört. Deshalb ist es wichtig, bei einem Gewitter alle Stecker zu ziehen und sich auch von Wasserleitungen (Badezimmer, Küche) fernzuhalten, da auch Wasser Strom leitet. Im Freien sollte man sich, wird man von einem Gewitter überrascht, möglichst nicht in der Nähe von freistehenden, hohen Bäumen oder Gegenständen aufhalten. Auch der Gebrauch von Regenschirmen ist nicht ratsam. Im Auto oder auch im Zug ist man dagegen sicher vor Blitzeinschlägen, da man sich in diesem Moment in einer Art Faraday’schem Käfig befindet, der in der Elektrotechnik dazu verwendet wird, elektrostatische Felder abzuschirmen.

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