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(foto oben ohne Schriftzug und Logo: flickr – sookie als Creative Commons)

Es war ein Fest, das wahrhaftig seinesgleichen suchte: Das Toronto Chinese Lantern Festival. Moment!, wird da derjenige denken, dem der Name Toronto etwas sagt. Es handelt sich nämlich um eine Stadt im U.S.-Staat Kanada, also einen Ort, der von China denkbar weit weg liegt. Dennoch war es in dieser Stadt, in Toronto, in der man eine chinesische Legende belebte und zu einem visuellen Ereignis allererster Güte machte. Denn im Jahre 2006 war die Stadt strahlend hell erleuchtet – mit Lichtgestalten, die direkt aus dem Reich der Märchen, Mythen und Legenden zu stammen scheinen. Dabei handelt es sich um eine spannende Licht-Kultur, wie sie wohl nur aus dem fernen Osten kommen kann.

Eine chinesische Legende und chinesische Licht-Kultur wird im amerikanischen Toronto erweckt

Das Toronto Chinese Lantern Festival ist freilich angelehnt an das chinesische Neujahrsfest. Künstler aus dem fernen Osten reisten an und brachten ihre erstaunliche Licht-Kultur mit sich, die mit ausdrucksstarken Gestalten eine Legende erzählt. Gemäß dieser fürchtete der Kaiser, dass der Feuergott plante, seine schöne Stadt niederzubrennen. An diesem Glauben war eine gewisse Dame im Kaiserpalast nicht ganz unschuldig. Ihr Name lautete Yuanxiao, die nichts weiter wollte, als dem Kaiserpalast entkommen, um das Neujahrsfest mit ihrer Familie zu verbringen, die sich außerhalb des Palastes aufhielt und die sie nicht sehen durfte. Der Aufwand, den sie für ihre Flucht betrieb, war freilich nicht gering: Sie überzeugte den Kaiser, dass nur eine hell erleuchtete Stadt den Feuergott glauben machen könne, dass dieser die Stadt ja bereits niedergebrannt hatte. Dem Kaiser gefiel der Gedanke und so ließ er in hellem Licht seine Stadt erglühen. Feuerwerke prasselten am Himmel, und der Troubel in der Kaiserstadt ermöglichte es Yuanxiao schließlich, dem Palast zu entkommen und zu ihrer Familie zu gehen.

Eine fantastische Licht-Kultur erzählt fremde Geschichten

Diese Legende wurde 2007 mit unzähligen leuchtenden Gestalten wiedererweckt: Stählerne Gittermodelle boten die Basis, um mit darauf befestigtem Papier und verschiedenen Kunststoffen fantastische Kreaturen, Menschen und Tiere zu erwecken. Tiger, Ziegen und Walrösser spiegeln dabei die reale Welt wieder. Dagegen entstammen die Drachen der chinesischen Mythologie. Und menschliche Gestalten in alten Gewändern erzählen von der lebhaften und sagenreichen Vergangenheit Chinas – mitten in Amerika. Dieses Fest der Licht-Kultur, im Übrigen das größte Fest dieser Art außerhalb von Asien, war so erfolgreich, dass es sich 2008 und 2009 wiederholte. Leider wartet das Fest seither auf eine Wiederbelebung!

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(Foto (Montage dreier Fotos): flickr – Heather Bickle als Creative Commons)

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