Was wie die Beschreibung aus einem Science-Fiction-Film klingt, könnte bald Wirklichkeit werden: Straßenlaternen, die nicht nur Licht spenden, sondern auch Ampeln je nach Verkehrsaufkommen schalten, Autofahrern Staus melden und den Weg zur nächstgelegenen Tankstelle weisen. Viele Technologie-Unternehmen und auch das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut arbeiten bereits an einer solchen Lösung. Visible Light Communication (VLC) nennt sich diese innovative, aber bisher noch unausgereifte Art der digitalen Datenübertragung. Anders als die guten alten Morsezeichen von Schiff zu Schiff findet der Datenfluss über eine LED-Lampe innerhalb von Sekundenbruchteilen statt und ist für das menschliche Auge nicht sichtbar, da die Frequenz zu hoch ist.

Licht-LAN statt WLAN?

VLC könnte zukünftig nicht nur bei der Kommunikation im Straßenverkehr genutzt werden, sondern auch als Alternative zu WLAN dienen, dieses ergänzen und ersetzen an Orten, an denen Funkwellen unerwünscht bzw. störend sind, z. B. in Krankenhäusern oder auf Flughäfen. Als Trägermedium für die Daten dienen dann nicht wie bei WLAN Funkwellen, sondern sichtbares Licht in Form von LED-Lampen. Die Leuchtdioden lassen sich in einer so hohen Frequenz modulieren, dass das Auge dieses An- und Ausschalten des Lichts gar nicht wahrnimmt.

LEDs: Beleuchtung und Trägermedium

Mit der neuen Technik der VLC gewinnen LEDs zu ihrer ursprünglichen Beleuchtungsfunktion noch die Funktion der Datenübertragung hinzu. Noch lässt jedoch die Geschwindigkeit der Übertragung etwas zu wünschen übrig: 100 MBit/s bei einer Entfernung von einem Meter. WLAN erreicht aktuell 300 MBit/s. Von Vorteil ist allerdings, dass Licht im Gegensatz zu Funkwellen grundsätzlich positiv bewertet wird. Trotz bisher nicht erwiesener Gefahren stehen Funkwellen immer wieder in der Kritik, Auslöser für Krebserkrankungen zu sein.

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