Licht steuert viele Funktionen im menschlichen Körper und sorgt für Wohlbefinden, gute Laune und Leistungsfähigkeit. Nicht umsonst sind helle, freundliche Wohnungen mit großen Fenstern bei Wohnungssuchenden heiß begehrt. Tageslicht ist ein natürliches Gut, das sich durch künstliches Licht nur annähernd, jedoch nicht adäquat ersetzen lässt. Neben normalen Fenstern und klassischen Oberlichtern gibt es seit einigen Jahren auch die Möglichkeiten, Sonnen- bzw. Tageslicht auf dem Dach des Hauses „einzufangen“ und über ein Rohrsystem ins Innere zu leiten. Auf diese Weise können z. B. fensterlose Badezimmer, Abstellkammern oder Flure mit Tageslicht beleuchtet werden.

Funktionsweise der Tageslichtspots

Für die Installation von sogenannten Tageslichtspots (auch: Lichtröhren, Hohllichtleiter oder Lichtkamine) wird eine Scheibe bzw. eine Kuppel auf dem Dach angebracht, durch die das Tageslicht in das nach innen führende Rohr und darin weiter in das Innere des Hauses geleitet wird. Im zu beleuchtenden Raum sorgt eine Streuscheibe in der Decke für eine sanfte und blendfreie Beleuchtung mit Tageslicht. Um auch nachts über Licht zu verfügen, können die Tageslichtspots mit einem Beleuchtungszusatz, z. B. mit energiesparenden LEDs, ergänzt werden. Selbst an trüben Tagen erreicht ein Tageslichtspot eine Leistung, die in etwa der einer 60-Watt-Glühlampe entspricht. Je nach System und den verwendeten Materialien ist mit einem solchen Tageslichtsystem ein nahezu verlustfreier Lichttransport von bis zu sechs Metern möglich.

Erster Tageslichtspot kommt aus Australien

Die Idee, klassische Oberlichter zu Tageslichtspots weiterzuentwickeln, hatte ein australischer Erfinder, der Anfang der 1980er Jahre mit dem „Einfangen“ von Tageslicht und der „Umleitung“ in fensterlose Räume experimentierte. 1986 schließlich meldete er das erste Patent für einen Tageslichtspot an. Fünf Jahre später war die Entwicklung bereit für die Massenproduktion.

Zu sehen sind Tageslichtspots heutzutage nicht nur in Häusern, sondern z. B. auch im unterirdischen Berliner Bahnhof Potsdamer Platz, der durch drei große Lichtröhren mit Tageslicht versorgt wird. Die Lichtröhren ragen oberirdisch sogar mehrere Meter aus dem Boden und sind ein weithin sichtbares Zeichen innovativer Beleuchtung im öffentlichen Raum.

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