Ursprünglich waren es die so genannten „Nasenschilder“, die Passanten auf der Straße als Werbeträger auf Geschäfte, Gasthäuser oder Hotels aufmerksam machen sollten. „Nasenschilder“ deshalb, weil diese Schilder von der Hauswand herausragten wie die Nase aus dem Gesicht. Die Schilder bildeten die Namen traditioneller Handwerksbetriebe und Unterkünfte ab: zum Beispiel „Hotel zur Post“ mit einem Posthorn, einen Bäcker mit einer Brezel oder das Wirtshaus „Zum Hirsch“ mit einem Hirsch. Nasenschilder existieren zwar immer noch, doch die Möglichkeit der Außenwerbung ist heute deutlich vielfältiger. Insbesondere Licht und Lichteffekte sind wirksame Mittel, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Von der Litfaßsäule anno 1855 zum City-Light-Board anno 2011

1855 schuf der Berliner Verleger und Druckereibesitzer Ernst Litfaß (1816-1874) die bis heute wohl bekannteste historische Form der Außenwerbung: die nach ihm benannte Litfaßsäule, auch gerne als „Zeitung für die Straße“ bezeichnet. In weiser Voraussicht hatte der Werbe-Pionier Litfaß erkannt, dass man solche Säulen hervorragend für Bekanntmachungen aller Art nutzen kann. Aus jener Zeit stammt wohl auch der Satz „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Die Plakatsäulen sollten außerdem dazu beitragen der ungenehmigten Plakatierung entgegenzuwirken. Dies war die Geburtsstunde der Außenwerbung in Deutschland.

Mit der Industrialisierung begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Massenproduktion. Ausgeklügelte Werbestrategien für bestimmte Marken taten später ihr übriges: Waschmittel (Persil), Backpulver (Dr. Oetker) und Mundwasser (Odol) wurden dadurch verkaufsfördernd bekannt gemacht. Auch Leuchtreklame beziehungsweise Lichtreklame war im Zuge der zunehmenden Elektrizität immer verbreiteter. Als eine der ältesten deutschen Leuchtreklamen ist das Bayer-Kreuz des Chemie- und Pharma-Konzerns in Leverkusen aus den 1930er Jahren zu nennen. Inzwischen auf LEDs umgerüstet, wurde es bis 2009 durch mehr als 1.700 Glühlampen beleuchtet.

Auch Litfaßsäulen gehören noch heute zum Bild vieler Städte. Hinzu kamen nach und nach immer weitere Werbeformen: großflächige Plakatwände, digitale Bildwände, Bandenwerbung in Sport-Stadien, Werbetafeln, Fahrzeugbeschriftungen oder Mega-Lights, auch City-Light-Boards genannt. In Städten ab 100.000 Einwohnern sind diese beleuchteten Werbeträger oftmals an Hauptverkehrsstraßen zu sehen. Mit ihrer imposanten Fläche von 2,60 m auf 3,60 m und wechselnden Motiven erregen sie besonders viel Aufmerksamkeit – durch ihre Beleuchtung beziehungsweise Hinterleuchtung auch bei Nacht. Für eine entsprechende Wirkung können zum Beispiel auch Strahler mit Halogenlampen oder LEDs eingesetzt werden.

Schreibe uns einen Kommentar:

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.