Bevor sich im 19. Jahrhundert die Gasbeleuchtung und später die elektrische Beleuchtung durchsetzten, wurden neben Öllampen und Kerzen noch andere Arten von Lichtquellen zur allgemeinen Beleuchtung genutzt: Kienspan, Fackel und Schwedenfeuer. Wie auch die Öllampe und die Kerze sind dies Lichtquellen, die mit offener Flamme betrieben werden. Eine so große Lichtquelle wie das Schwedenfeuer diente zusätzlich auch als Wärmequelle.

Harziges Kiefernholz – der Kienspan

Der Kienspan – nichts anderes als ein harziges Stückchen Kiefernholz – war in Mitteleuropa eine weit verbreitete Lichtquelle, die noch bis ins 19. Jahrhundert hinein verwendet wurde. Durch den hohen Harzgehalt des Kiefernholzes brannte der Kienspan heller und gleichmäßiger als andere Holzarten. Auch der Name „Kienspan“ leitet sich aus der Verwendung von Kiefernholz ab: Kienföhre ist eine veraltete Bezeichnung der Kiefer. Brennende Kienspäne wurden entweder in spezielle Halterungen gesteckt oder für den mobilen Einsatz verwendet. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem harzigen Kiefernholzplättchen die Fackel.

Die Fackel: Pech und Harz als Brennstoff

Im Mittelalter waren Fackeln sowohl für liturgische Zwecke als auch für die nächtliche Beleuchtung eine beliebte Lichtquelle. Hergestellt wurden sie aus einem Holzscheit, die mit Harz oder Pech angereichert wurden, bis am oberen Ende eine keulenförmige Verdickung erreicht war. Als Brennstoff diente somit nicht länger das Holz, sondern das Pech oder der Harz. Das Holzscheit war lediglich als Halterung gedacht. Moderne Fackelleuchten nehmen die Form archaischer Fackeln auf und transportieren sie so in die Gegenwart.

Schwedenfeuer – Wärme- und Lichtquelle gleichermaßen

Im Dreißigjährigen Krieg befeuerten die Schweden ihre Soldatenlager mit sogenannten Schwedenfeuern, die auch unter den Namen Schwedenfackel oder Finnenkerze bekannt sind. Der Vorteil für die Soldaten bestand darin, dass sie kein Brennholz mitführen mussten, denn Schwedenfeuer funktionieren aufgrund der Sauerstoff-Ansaugtechnik auch mit frischem, vor Ort geschlagenem Holz. Das Schwedenfeuer ist ein senkrecht stehender, in der Mitte eingeschnittener Baumstamm, der im brennenden Zustand nicht nur für Licht, sondern auch für Wärme sorgt. Heutzutage kommt das Schwedenfeuer gerne als Alternative zum Lagerfeuer – wenn auch etwas aufwändiger in der Vorbereitung – zum Einsatz.

Zur Herstellung eines Schwedenfeuers benötigt man einen Baumstamm – am besten von Nadelbäumen – mit einem Durchmesser von 30 bis 60 cm und einer Länge von 50 bis 150 cm. Das Holz sollte nicht zu trocken sein, sonst brennt es sehr schnell ab. Die Größe der Flamme und die Brenndauer hängen außerdem von der Art und Weise, wie man den Stamm in der Mitte, wo später die Flamme entsteht, einschneidet und ob man für ein Lüftungsloch an der Seite sorgt oder nicht.

3 Responses

  1. Sanjiyan

    Das zum Thema fehlende Fußnoten! Der erste Satz ist dem Blogtext entnommen, mein Beitrag bezieht sich lediglich auf die Kienäppel!

    Was fehlende Anführungszeichen so alles anrichten können … 😉

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  2. Sanjiyan

    „Kienspan“ leitet sich aus der Verwendung von Kiefernholz ab: Kienföhre ist eine veraltete Bezeichnung der Kiefer. Die Kiefernzapfen werden auch heute noch umgangssprachlich „Kienäppel“ genannt 🙂

    Antworten

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