In jedem Jahr tauchen zu Ostern die gleichen Fragen auf: Wieso existiert noch gleich die Sitte Hühnereier bunt zu färben? Warum baut man ein Osternest? Weshalb bringt ein Hase die Eier? Und überhaupt: Wer war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Eine weitere knifflige Frage lautet: Warum wird ein Hase eigentlich auch „Meister Lampe“ genannt? Nun, dafür gibt es unterschiedliche Vermutungen.

Wieso eigentlich Meister Lampe?

Eine der Erklärungen stammt aus der Jägersprache. Die Weidmänner bezeichnen den helleren Teil des Hasenschwänzchens als Lampe. Dieses ist auf der oberen Seite sehr dunkel, beinahe schwarz, auf der unteren Seite hingegen sehr hell, beinahe weiß. Die Lampe ist also ein gut zu erkennendes Zeichen eines rückwärtsgewandten Hasen – und das nicht nur für einen auf der Lauer liegenden Jägersmann. Es werden aber ausschließlich Hasen als „Meister Lampe“ bezeichnet, keine Kaninchen.

Meister Lampe aus „Reineke Fuchs“

Vermutlich geht die Entstehung der Bezeichnung „Meister Lampe“ aber auf die Fabel „Reineke Fuchs“ zurück. Vorlage war die niederdeutsche Fassung „Reynke de Vos“ von 1498. Darin tragen die meisten Tiere männliche Vornamen: Reineke (der Fuchs), Isegrim (der Wolf), Grimbart (der Dachs) und Lamprecht (der Hase) – abgekürzt Lampe. Bekanntheit erlangten die Tiernamen durch die spätere Bearbeitung der Fabel durch keinen geringeren Dichter als Johann Wolfgang von Goethe. Damit gingen auch die Tiernamen Adebar (der Storch) oder Meister Petz (der Bär) in den Volksmund über.

Etymologische Erklärungen – der Wortursprung

In etymologischen Wörterbüchern findet man unter dem Stichwort „Meister Lampe“ genauere sprachliche Definitionen. So ist die Bezeichnung offenbar die Kurzform des Eigennamens „Lamprecht“. „Lambrecht“, „Lampert“ beziehungsweise „Lambert“ werden wiederum auf „Landbesitzer“ zurückgeführt: „Lambert“ (althochdeutsch „lant beraht“) bedeutet „im Besitz von Land“.

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