Dass unsere Straßen, Städte und Gemeinden nicht in Dunkelheit versinken, sobald sich der Tag dem Ende neigt, verdanken wir einer gut durchdachten und lichtstarken Straßenbeleuchtung. Elektrische Straßenbeleuchtung, wie wir sie kennen, konnte sich jedoch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts richtig durchsetzen. Vorher erstrahlten Straßen und Plätze im Licht von Gaslampen, Öl- und Petroleumlampen oder – ganz früher – im Licht von Kienspänen und Fackeln. Dass die nächtliche Beleuchtung öffentlicher Verkehrswege zur Sicherheit der Menschen beitragen konnte, erkannte Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert und führte die ortsfeste Straßenbeleuchtung in Paris ein.

Aufgaben der Straßenbeleuchtung

Vorrangig besteht die Aufgabe der Straßenbeleuchtung darin, für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu sorgen: Fußgänger müssen eventuelle Hindernisse oder Schäden im Gehweg erkennen können und Autofahrern sollte eine sichere und zügige Fahrt auf den Straßen ermöglicht werden. Da das nächtliche Erscheinungsbild einer Stadt oder Gemeinde jedoch zu einem Großteil von der Beleuchtung geprägt ist, hat die Straßenbeleuchtung auch dem gestalterischen Aspekt Rechnung zu tragen. Kunstvolle Lichtspiele auf dem Marktplatz der Stadt oder farbenfrohe Fassadenbeleuchtung dienen weniger der Sicherheit der Bewohner, sondern lediglich der ästhetischen Gestaltung des Lebensraumes.

Die technischen Vorschriften für die Straßenbeleuchtung in Europa regelt die Europäische Norm (EN) 13201. In verschiedene Beleuchtungsklassen eingeteilt enthält sie z. B. die Vorgaben für Straßen mit mittlerer bis hoher Fahrgeschwindigkeit, Autobahnen oder Straßen mit langsamem Verkehr. Auch der Schutz gegen Vandalismus oder das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit in die Leuchten ist per Norm geregelt.

Energiebedarf und Stromersparnis

Insgesamt neun Millionen Leuchten erhellten Deutschlands Straßen und Plätze im Jahre 2009. Vier Milliarden Kilowattstunden verbrauchten diese Leuchten im Jahr; das macht einen Anteil von 0,8 % des gesamten deutschen Stromverbrauchs aus. Angesichts dieser Zahlen versuchen Gemeinden und Städte nicht nur die Kosten durch energieeffizientere Leuchtmittel, wie LEDs, zu senken, sondern auch die Anzahl der Leuchten, die die ganze Nacht brennen, zu reduzieren. Eines dieser Modelle zur Kostenersparnis beinhaltet, dass ab einer bestimmten Zeit nachts nur noch jede zweite Leuchte brennt. Alternativ kann mit einem Regler die Spannung der Straßenleuchten und somit ihre Helligkeit gedrosselt werden. Eine reduzierte Straßenbeleuchtung bedeutet jedoch nicht nur Stromersparnis, sondern auch weniger Sicherheit. Es entstehen dunkle Zonen, die Autofahrern und Fußgängern zu später Stunde zum Verhängnis werden können, und die Zahl der Einbrüche steigt nachweislich in Wohngebieten, die weniger gut beleuchtet sind. Den schmalen Grat zwischen Sicherheit und Kostenreduzierung zu meistern, ist eines der Hauptprobleme der Straßenbeleuchtung.

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