Fotos mit leuchtenden Lichtspuren, mit schwebenden Lichtsilhouetten oder bunt leuchtenden Figuren am dunklen Nachthimmel – das sind Kunstwerke der sogenannten „Lichtmaler“, im Englischen „Lightwriter“. Bei dieser Fototechnik werden mit einer Taschenlampe oder ähnlichen Lichtquelle draußen bei Dunkelheit oder in einem abgedunkelten Zimmer Figuren oder Muster in die Luft gemalt und von einer Kamera, die auf eine lange Belichtungszeit eingestellt ist, aufgenommen. Mit zunehmender Digitalisierung und dem Austausch übers Internet ist aus dieser Form der Nachtfotografie ein Fototrend entstanden, der sogar von einigen Graffiti-Künstlern aufgegriffen wird – denn beim Lichtmalen in der Luft ist Sachbeschädigung so gut wie ausgeschlossen.

Was braucht man zum Lightwriting?

Jeder interessierte Hobbyfotografie kann sich an der Lightwriting-Methode, häufig auch Lightpainting genannt, probieren, vorausgesetzt, man verfügt über ein Stativ und eine Kamera, bei der man die Belichtungszeit beliebig einstellen kann. Damit das Bild nachher nicht verwackelt ist, ist bei einer Belichtung von 30 Sekunden oder mehr ein Stativ unabdingbar. Praktisch wäre auch ein Fern- oder Kabelauslöser; im Notfall reicht auch der Selbstauslöser. Zum Malen benötigt man eine Taschenlampe – am besten mit fokussierbarem Reflektor. Ist man etwas geübter und will mehr Abwechslung in die Fotos bringen, kann man Taschenlampen verschiedener Größen benutzen und mit farbigen Folien versehen. Sich selbst sollte man in dunkle Kleidung hüllen und dunkle Handschuhe überstreifen, damit man möglichst wenig Licht reflektiert. Dann heißt es üben und mit dem Licht experimentieren, um herauszufinden, welche Lampe was für eine Lichtspur erzeugt.

Pioniere des Lichtmalens

Die ersten Lightwriting-Bilder machte der amerikanische Fotograf Man Ray. Seine Fotoreihe „Space Writing“ stammt aus dem Jahre 1935. Auch Pablo Picasso wurde 1949 mehr oder weniger zufällig zum Lichtmaler. Als der bekannte LIFE-Fotograf Gjon Mili ihn in Südfrankreich besuchte, um den Künstler für das Magazin abzulichten, zeigte Mili ihm Fotos, die er von Eiskunstläuferinnen gemacht hat, denen er kleine Lichter an die Schuhe geknüpft hatte. Inspiriert von Milis Fotos begann Picasso mit einer kleinen Taschenlampe Figuren in die Luft zu zeichnen. So entstanden die als Luminografien bekannten Fotos, auf denen der spanische Künstler zu sehen ist, wie er einen Zentaur, einen Elefanten oder eine Vase mit Blumen in die Luft malt.

Schreibe uns einen Kommentar:

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.