Am 13. Dezember feiert man in Schweden und vermehrt auch in den benachbarten nordischen Ländern das vorweihnachtliche Lucia-Fest. Traditionell werden am Namenstag der Heiligen Lucia Lieder gesungen, es werden die berühmten „Lussekatter“ – das traditionelle Safran-Gebäck der Schweden – gegessen, Frauen und Mädchen tragen weiße Gewänder und – heutzutage elektrische – Lichterkränze auf dem Kopf. Auch die Wahl eines Mädchens zur „Lucia“ ist fester Bestandteil jeder Lucia-Feier.

Mit dem Brauch des Lucia-Festes in der Adventszeit feiern die Schweden die längste und dunkelste Nacht des Jahres. Vor der Kalenderumstellung 1753 war dies die Nacht des 13. Dezembers. Der heute gültige Gregorianische Kalender datiert diese Nacht auf den 21./22. Dezember, die sogenannte Wintersonnenwende. Die Vorstellung, dass die Lucia-Nacht die längste Nacht des Jahres ist, lebt jedoch in der Tradition des Festes weiter. Gemäß des Volksglaubens passieren in der Nacht des 13. Dezembers übernatürliche Dinge; z. B. glaubt man, dass Tiere in dieser Nacht sprechen können. Da die Lucia-Nacht nicht nur als dunkelste und längste Nacht des Jahres angesehen wird, sondern auch als gefährlichste, haben die Feierlichkeiten auch den Sinn des Wachehaltens.

Herkunft der Heiligen Lucia

Um die Person der Heiligen Lucia ranken sich viele unterschiedliche Legenden. Sicher ist jedoch, dass die junge Sizilianerin im Jahre 304 in Syrakus den Märtyrertod starb. Ihre Überreste befinden sich heute in der San Geremia-Kirche in Venedig. Der Name Lucia heißt übersetzt „die Leuchtende“ und stammt von dem lateinischen Wort für Licht („lux“) ab.  Der Zusammenhang des schwedischen Lucia-Festes mit der Heiligen Lucia aus Syrakus ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Überliefert wurde, dass Lucia immer einen Lichterkranz auf dem Kopf trug, um die Hände zum Verteilen von Lebensmitteln frei zu haben. Außerdem fällt ihr Namenstag auf den nach altem Kalender in Schweden als kürzesten Tag gefeierten 13. Dezember.

Die Geschichte des Lucia-Festes in Schweden

Der 13. Dezember wurde im Mittelalter von der schwedischen Landbevölkerung ursprünglich als der Tag in der Vorweihnachtszeit gefeiert, an dem alle landwirtschaftlichen Arbeiten vor dem Weihnachtsfest abgeschlossen wurden. In den 1760er Jahren gab es erstmals Berichte, dass auf Gutshöfen in Westschweden Frauen an diesem Tag weiße Gewänder trugen. Dieser Brauch breitete sich im Laufe der Zeit in ganz Schweden aus und entwickelte sich zu der Art von Feierlichkeit, die man in Schweden heute kennt. Der erste Lucia-Umzug und die Wahl eines Mädchens zur alljährlichen Lucia fanden in den 1920er Jahren statt. 1927 krönte eine Stockholmer Zeitung erstmals eine „Lucia“.

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