Leuchtende Erscheinungen am Himmel faszinieren die Menschen seit Urzeiten. Doch was der Mensch sich nicht erklären kann, läuft schnell Gefahr, als mystischer Zauber oder böses Omen gedeutet zu werden. So geschehen mit dem Polarlicht, das seit der Antike bekannt war, aber erst ab dem 16. Jahrhundert wissenschaftlich erforscht wurde. Bis dahin wurde die grüne, rote, violette oder auch blaue Himmelserscheinung häufig als Zeichen für ein drohendes Unheil oder einen bevorstehenden Krieg interpretiert.

Wechselspiel zwischen Sonne und Erde

Heute weiß man, dass die in den Polarregionen auftretende Leuchterscheinung aus einem Wechselspiel zwischen Sonne und Erde heraus entsteht, dessen Auswirkungen am besten in klaren Winternächten in Nordskandinavien, Grönland, Kanada oder der Antarktis zu beobachten sind.

Die Aktivität der Sonne beschränkt sich nicht nur auf die Produktion von Licht und Wärme, sie gibt auch regelmäßig elektrisch geladene Teilchen in die Atmosphäre ab. Insbesondere Protonen und Elektronen werden bei Eruptionen der Sonne, den sogenannten Sonnenstürmen, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 700 km/s in die Atmosphäre geschleudert. Diese Teilchen erreichen nach zwei bis drei Tagen die Erdatmosphäre und regen dort in einer Höhe von 80 bis 600 km über der Erde Moleküle an, die zu leuchten beginnen. Je nach Höhe, in der die Elektronen auf das erdmagnetische Feld treffen, leuchten sie in Grün, Rot, Violett oder Blau.

Aurora – die Göttin der Morgenröte

Etwa alle elf Jahre, wenn die Aktivität der Sonne besonders groß ist, sind auch Polarlichter häufiger zu beobachten. Während man sowohl südlich als auch nördlich des 60. Breitengrades unabhängig von der Sonnenaktivität Polarlichter sehen kann, ist die Leuchterscheinung in unseren Breiten sehr selten. Die erhöhte Sonnenaktivität jedoch, die zuletzt in den Jahren 2000 und 2001 zu verzeichnen war, beschert auch den mittleren Breiten die Chance auf einige Polarlichterscheinungen.

Unter dem Begriff Polarlicht werden allgemein das Nordlicht (aurora borealis) und das Südlicht (aurora australis) zusammengefasst. Bei den Römern war Aurora (so auch die englische Bezeichnung des Polarlichts) die Göttin der Morgenröte und Schwester des Sonnengottes Sol und der Mondgöttin Luna.

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