Als oftmals rot-weiß-gestreifte Kolosse ragen sie aus dem Meer. Auf manchen von ihnen kann man übernachten oder heiraten und nachts senden sie Lichtzeichen unterschiedlicher Farbe und Lichtdauer zur Markierung schwieriger Stellen im Fahrwasser: Leuchttürme. Für so manchen professionellen Seemann oder auch passionierten Laien wurde ein Leuchtturm schon zum Retter in der Not und markanten Anhaltspunkt, um ans Ziel zu gelangen. Denn Mut und Intuition in allen Ehren – wer zur See fährt, der sollte sich nicht nur von seinen Gefühlen leiten lassen.

Seit Jahrhunderten im Dienst

Leuchttürme sind Wegweiser und Orientierungspunkte und übernehmen seit Jahrhunderten die wichtige Aufgabe, Seereisende wieder sicher in den Heimathafen zu lotsen. Sie haben außerdem eine Warnfunktion und helfen eventuelle Untiefen, Felsen oder Sandbänke zu umschiffen. Für schwierige Seelagen existieren Lichtsignale, auch Leuchtfeuer genannt. Sie sind im so genannten Leuchtfeuerverzeichnis festgehalten. Die ersten Leuchttürme gab es aufgrund regen Seehandels schon um 300 vor Christi. Laut Überlieferung waren dies der Koloss von Rhodos und der Pharos von Alexandria.

Lichttechnische Entwicklungen: Kerzen, Lampen und Fresnellinsen

1783 entwickelte der Schweizer Physiker Francois Pierre Ami Argand seine Argandlampe, ein Vorläufer der Petroleumlampe. Mit ihr ließ sich die Lichtintensität regulieren. Später kamen so genannte Gasglühlichter hinzu. Der gewaltigste Sprung zur lichttechnischen Verbesserung, nämlich die Verdichtung der Lichtstrahlen gelang 1822 dem Franzosen Augustin Jean Fresnel. Seine „Fresnellinse“ zur horizontalen Lichtbündelung im Radius von 360 Grad hatte eine noch höher Lichtausbeute und Reichweite und wurde daher auch als „Gürtellinse“ bezeichnet. Die Linse mit kompakter Bauform wurde ursprünglich für Leuchttürme eingesetzt. Seit den 1920er Jahren dienten Glühlampen als Lichtquellen für Leuchttürme.

Der Wandel der Leuchttürme

Längst hat auch bei den Leuchttürmen die Satellitennavigation Einzug gehalten. Doch trotz modernster funktechnischer Navigationstechnik, kommen Leuchtfeuer – gerade bei deren Ausfall – noch immer zum Einsatz. Den Beruf des Leuchtturmwärters gibt es seit Mitte der 1980er Jahren jedoch nicht mehr. Mit der Automatisierung hat sich der ein oder andere Leuchtturm in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet und ist heute beliebte Aussichtsplattform, Museum oder unkonventionelles Eigenheim.

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