Der Kunde hat heute die Wahl zwischen einer Vielzahl verschiedener Leuchtmittel: Noch gibt es die allseits beliebte Glühlampe, die jedoch kraft Gesetzes von 2009 nach und nach aus dem täglichen Leben verschwinden und durch andere, Energie sparende Beleuchtungskörper, wie zum Beispiel Energiesparlampen und LEDs, ersetzt wird. Die LED (Light Emitting Diode) galt lange Zeit als Beleuchtungskörper der Zukunft. Zu den LEDs kommt nun auch die OLED, die bereits seit der Einführung der ersten leuchtenden Polymermaterialien im Jahr 1990 beständig optimiert wird.

Wie funktionieren OLEDs?

Als OLED (Organic Light Emitting Diode) werden sehr flache Bauelemente aus organischen Materialien, den sogenannten organischen Halbleitern, bezeichnet. Sie sind sehr dünn (ca. 1,8 mm) und gleichen Kunststofffolien. OLEDs bestehen aus sehr feinen (hundertmal dünner als ein menschliches Haar) organischen Schichten. Durch diese feinen Schichten fließt Strom. Die Schichten sind umgeben von einer Anoden- und einer Kathodenschicht, also zwei ebenfalls großflächigen Elektroden. Trägermaterial ist eine Glasschicht. In der organischen Schicht befinden sich Moleküle, die bei durchfließender elektrischer Energie zu leuchten beginnen. Die Molekülstruktur bestimmt – ebenso wie bei der anorganischen LED – die Lichtfarbe. Zum Schutz vor Sauerstoff und Wasser werden die Schichten mit Kunststoff ummantelt, was aber die außerordentliche Flexibilität beeinträchtigt. Im Gegensatz zu LEDs, die punktuell eingesetzt werden, lassen sich OLEDs großflächig verwenden. Die lange Lebensdauer von LEDs (20 000 bis 50 000 Stunden) erreichen OLEDs allerdings noch nicht. OLEDs können derzeit etwa 10 000 Stunden für Licht sorgen.

OLEDs: Vielfältigere Verwendungsmöglichkeiten machen den Reiz aus

Durch die Möglichkeit des großflächigen Einsatzes von OLEDs werden Designerträume wahr. Die organischen Leuchtdioden lassen Tapeten, Schmuck, aber auch Kleidungsstücke leuchten. Das geringe Gewicht der OLEDs eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten: die Einarbeitung in Stoff oder Papier, aber auch die Entwicklung beispielsweise eines faltbaren Bildschirms.

Vorteile von OLEDs als Beleuchtungskörper

OLEDs haben viele Vorteile: Sie bieten verzögerungsfreies Licht, sind stufenlos dimmbar, blendfrei und ziemlich farbecht. Da OLEDs zu den kalten Beleuchtungsquellen zählen, geht von ihnen keine Brandgefahr für die Umgebung oder eine Gefahr für den menschlichen Körper aus. Sie sind umweltfreundlich, da recycelbar, und schadstofffrei. OLEDs sind in vielen Lichtfarben erhältlich. Die Robustheit der OLED-Bauteile lässt allerdings noch zu wünschen übrig. Damit sie zum Beispiel durch Wasser oder Sauerstoff nicht mehr beschädigt werden können, wird momentan erforscht, wie diese organischen Leuchtdioden bei Beibehaltung der enormen Flexibilität besser geschützt werden können. Außerdem wird daran gearbeitet, ihre Leuchtdauer zu erhöhen. OLEDs kommen zurzeit bereits bei Fernseh- und Computerbildschirmen, Handys und Digitalkameras zum Einsatz. Wenn es gelingt, ihre Robustheit zu verbessern, werden sie aufgrund ihrer enormen Flexibilität bald weitere Produktfelder erobern und unseren Alltag in vielen Bereichen mit ihrer Leuchtkraft bereichern.

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