Heute kaum vorstellbar, doch es gab tatsächlich Zeiten ohne E-Mail, I-Phone und Online-Chat. Die Computertechnik war noch in weiter Ferne. Doch auch ohne die Hilfsmittel der modernen Kommunikation gab es Nachrichten, die übermittelt werden mussten. Die Vorläufer des Briefkastens – ähnlich dem, wie wir ihn heute kennen – stammen aus der Seefahrt. Die Seemänner steckten in der Nähe von zentralen Anlaufstellen, wo sie ihren Proviant auffüllen konnten, Briefe unter Steine und hofften, dass andere Schiffsleute, die in die entgegengesetzte Richtung fuhren, die Nachrichten mitnehmen würden.

Der erste Briefkasten hing in der schlesischen Stadt Liegnitz. Dies geht aus einer Verordnung vom 16. März 1633 hervor. Anstoß dazu gab die erste Postverbindungsstrecke von Breslau nach Leipzig. Auf dieser 325 Kilometer langen Strecke lag auch Liegnitz. Daher ergriff die Stadt die Chance diesen Botendienst auch für sich zu nutzen. Alltäglicher wurden die Briefkästen während der französischen Besatzung des Rheinlandes von 1792 bis 1815. Ab 1824 gab es Briefkästen in ganz Preußen, ab 1830 auch im Königreich Württemberg und in Bayern. Seit diesen Anfängen des Postwesens hat sich viel verändert. Die Deutsche Post AG ist heute das weltweit größte Logistik- und Postunternehmen. Seit der Privatisierung Mitte der 1990er Jahre rührt sich allerdings immer wieder Protest der Bevölkerung wegen der Schließung von immer mehr Postfilialen und der Reduzierung von öffentlichen Briefkästen, den so genannten Postbriefkästen.

Briefkästen nach amerikanischem Vorbild

Geschäfts- und Privathäuser verfügen hingegen nahezu flächendeckend über einen eigenen Briefkasten – auch Hausbriefkasten oder Privatbriefkasten genannt. Waren Briefkästen früher meist aus Holz, Gusseisen oder Stahlblech, so ist heute Kunststoff das am häufigsten verwendete Material. In Sachen Design lassen Briefkästen keine Wünsche mehr offen: ob nostalgisch angehaucht, hochglanzpoliert mit integriertem Zeitungsfach oder im amerikanischen Stil – der allseits beliebten U.S. Mailbox in Röhrenform. In ihr finden sogar auch kleinere Päckchen Platz. Als sichtbares Zeichen dafür, dass sich Post im Briefkasten befindet, kann der Postbote eine Fahne hochklappen.

Schreibe uns einen Kommentar:

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.