Mit Beginn des Industriezeitalters gegen Ende des 18. Jahrhunderts wuchs der Lichtbedarf vor allem durch die Vielzahl der neu entstehenden Fabriken stetig. Die herkömmlichen Öllampen, die mit Tier- oder Pflanzenfetten gespeist wurden, wurden aufgrund ihrer geringen Lichtausbeute den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht. Eine erste Verbesserung brachte 1783 die sogenannte Argandlampe mit sich. Deren Erfinder, der Schweizer Francois Pierre Ami Argand, hatte die Bedeutung des Sauerstoffs für die Größe der Flamme im Zuge der Ölverbrennung erkannt. Bei der Argandlampe konnte dem Docht sowohl von innen als auch von außen Sauerstoff zugeführt werden, was einen Schornsteineffekt hervorrief. Der Glaszylinder sorgte für eine ruhige und gleichförmige Flamme. Lichtintensität sowie Verbrauch ließen sich durch den mechanisch heb- und senkbaren Docht regulieren.

1860 – Entdeckung des Petroleums, Entwicklung der Petroleumlampe

Mit der Entdeckung des Petroleums löste die Petroleumlampe (auch Mineralöllampe genannt) die herkömmlichen Öllampen ab. Die Bauweise der Petroleumlampe glich der einer Öllampe: ein Glaszylinder mit einem Petroleumtank, in den der mittels Schraube regulierbare Docht integriert war. Das Petroleum stieg über den Docht nach oben. Das am Ende des Dochts entstehende Gas verbrannte beim Anzünden des Dochts in einer gleichmäßigen Flamme. Ein Blendschirm aus z. B. Milchglas war über den Glaszylinder gestülpt. Die Lampe war aus Bronze gearbeitet und besaß häufig einen Porzellanfuß. Vorteile der Petroleumlampe: durchschnittlich 20 Stunden Brenndauer (je nach Brenner und Tankgröße), relativ rußlose Verbrennung des billigen Brennstoffs Petroleum, flackerfreies Licht. Diese weiterentwickelte Öllampe verlor erst mit der Entwicklung des Gaslichts und später des elektrischen Lichts an Bedeutung.

Verschiedene Varianten der Petroleumlampe

Je nach gewünschter Lichtausbeute wurden die verschiedenen Formen der Petroleumlampe eingesetzt. Es gab die einfache Petroleumlampe, deren Docht flach aus dem Docht herausschaute. Diese Lampe wurde Flachbrenner genannt. Am geläufigsten war im 19. Jahrhundert der sogenannte Kosmosbrenner, ein Rundbrenner, der eine größere Lichtausbeute bot als der Flachbrenner. Beim Kosmosbrenner wird ein flacher, breiter Docht durch ein Brandrohr zu einem Kreis geformt, wodurch die Flamme größer, aber auch heller wird.

Beim Brandschreibenbrenner bzw. Matadorbrenner ist oberhalb der Flamme eine zusätzliche Brandscheibe angebracht, durch die sich die Flamme weiter verbreitert, sodass die Lichtausbeute größer wird. Für die Brenner gab es technisch bedingt jeweils passende Glaszylinder: den leicht birnenförmigen Wiener Zylinder für den Flachbrenner, den schlanken Kosmoszylinder für den Kosmosbrenner und den bauchigen Matadorzylinder für den Brandscheibenbrenner.

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