Was Thomas Alva Edison (1847-1931) für die Glühlampe, ist Paul Schmidt (1868-1948) für die Taschenlampe. Der Name Paul Schmidt ist – abgesehen davon, dass Schmidt der zweithäufigste deutsche Nachname ist – jedoch kaum bekannt. Dabei war Paul Schmidt derjenige, der in Deutschland die Massenproduktion der batteriebetriebenen Taschenlampe vorantrieb beziehungsweise erst möglich machte. 1896 entwickelte Schmidt in Berlin eine Trockenbatterie. Die Idee dazu kam dem gelernten Schlosser als er seine Frau beim Kuchenbacken beobachtete. Er sah wie sie dabei Milch mit Mehl vermengte. Das war die Initialzündung, die Schmidt gebraucht hatte. Bereits über mehrere Jahre hatte er an Energiespeichern gearbeitet. Nun hatte er die Lösung: die Mischung aus Säure und Mehl war die Basis für die erste Trockenbatterie. Und diese erste Trockenbatterie war wiederum die Grundlage der ersten batteriebetriebenen Taschenlampe als mobile Lichtquelle, die nun dauerhaft mit Strom versorgt werden konnte. Dies alles trug sich im Jahr 1896 zu. Im gleichen Jahr gründete Schmidt die so genannte selbständige Prüfungsanstalt für Elektrochemie. 1901 wurde sie in Daimon Elektrotechnische Fabrik Schmidt & Co. umfirmiert und 1906 meldete Schmidt das Patent für die elektrische Taschenlampe an.

Ein Name der ebenfalls in Verbindung mit der Erfindung der Taschenlampe steht ist der des Engländers David Misell. 1899 meldete er das Patent für seine Taschenlampe an und verkaufte es anschließend an ein amerikanisches Unternehmen. Diese frühen Taschenlampen konnten allerdings nicht dauerhaft leuchten. Doch zurück zu Paul Schmidt: Eine weitere witzige Anekdote betrifft den Namen, den Schmidt 1936 als Handelsmarke für seine handliche Lampe eintragen ließ: „Handy“. Sprachwissenschaftler wissen längst, dass es sich bei diesem Begriff um eine deutsche Wortschöpfung handelt, die Anglizismus-Kritikern ein Dorn im Auge ist. International lauten die Bezeichnungen für ein Mobiltelefon „cellular phone“ oder „mobile phone“. Schmidts („Handy“-)Taschenlampen und Batterien wurden Verkaufsknüller und sein Unternehmen Daimon zur Weltmarke. 1983 wurde Daimon von der Firma Duracell übernommen, die heute dem Gillette-Konzern angehört. Paul Schmidt starb bereits 1948 – der technologische Fortschritt der Taschenlampe war jedoch nicht aufzuhalten.

Moderne Technologie und kompakte Bauweise: die Taschenlampe

Ihre kompakte Bauweise macht die Taschenlampe nach wie vor sehr beliebt und im Alltag und bei Outdoor-Aktivitäten nahezu unentbehrlich. Sei es beim Camping, Bergsteigen oder Tauchen – eine Taschenlampe gehört zur Ausrüstung einfach dazu. Moderne Taschenlampen werden mit Batterien oder wiederaufladbaren Akkus betrieben. Ihre Leuchtdauer ist stark vom jeweiligen Leuchtmittel abhängig – energieeffizient und ausdauernd sind z.B. LEDs.

2 Responses

  1. Sanjiyan

    Wow, das wußte ich nicht! Dann kann man ja jetzt ganz befreit und ohne schlechtes Gewissen „Handy“ sagen. 🙂

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