Gegen Ende der 1990er Jahre musste ein süddeutscher Autobauer enormen Spott ertragen und einen herben Imageverlust hinnehmen. Grund war der Fahrsicherheitstest einer neuen Modellreihe, mit dem die Sicherheit eines Autos bei Ausweichmanövern erprobt wird. Der so genannte „Elchtest“ wurde in Schweden durchgeführt. Dort im hohen Norden, der Heimat der Elche, ist es eine durchaus realistische Situation, dass sich ein Elch auf die Straße verirrt und Autofahrer ausweichen müssen. Der Begriff „Elchtest“ war plötzlich in aller Munde. Trotz dieser fragwürdigen Publicity inklusive zahlreicher Fotomontagen wird der Elch noch immer mit einer anderen Hirschart verwechselt: dem Rentier. Doch es gibt eindeutige Unterschiede.

Elche und Rentier: ähnlich – aber nicht gleich

Sowohl Rentiere als auch Elche sind Wiederkäuer. Typisch für beide Tiere sind ihre schlanken Beine. Auch besitzen sie mit Nordeuropa, Nordasien und Nordamerika denselben relativ kühlen Lebensraum und ein königliches Geweih. Allerdings liegt hier auch ein deutliches Unterscheidungsmerkmal. Männliche Elche, die Elch-Bullen, haben ein schaufelartiges Geweih, können eine Schulterhöhe von bis zu 2,30 Metern erlangen und bis zu 800 kg auf die Waage bringen. Weibliche Elche, die Elch-Kühe, kommen ohne Geweih aus. Weibliche Rentiere besitzen hingegen ein Geweih, ebenso wie ihre männlichen Pendants. Allerdings ist das Rentier-Geweih seiner Form nach weit verzweigt und stangenartig. Mit einer durchschnittlichen Schulterhöhe von 1,40 Metern sind Rentiere deutlich kleiner als Elche. Auch wiegen Rentiere sehr viel weniger – etwa um die 300 kg.

Kein Weihnachten ohne Rentier (und Elch)

Das bekannteste Rentier ist wohl „Rudolph, das rotnasige Rentier“, das in dem gleichnamigen amerikanischen Weihnachtslied aus dem Jahr 1949 besungen wird. Doch nicht nur Lieder handeln von ihm. Das Rentier ist ein äußerst begehrtes Weihnachtssymbol. Es gibt Plüsch-Rentiere, Rentier-Fensterbilder, Rentier-Lichterketten oder Rentier-Lichterbogen. In dieser Hinsicht rangiert der größere Elch, das Nationaltier Schwedens, deutlich hinter dem kleineren Rentier. Zur Advents- und Weihnachtszeit leuchtet die Silhouette von so manchem Rentier in Vorgärten oder aber als Licht-Installation auf den Dächern von Einfamilienhäusern. Rentiere sind dabei oftmals in Begleitung des Weihnachtsmannes, schließlich ziehen sie ja seinen Schlitten und sind mitverantwortlich dafür, dass die Geschenke am Heiligen Abend pünktlich unter dem Weihnachtsbaum liegen.

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