LAPP – hinter dieser Abkürzung verbirgt sich die „Light Art Performance Photography“, eine besondere Ausrichtung der Lichtkunstfotografie mit außergewöhnlichen fotografischen Ergebnissen. Entwickelt wurde die Lichtkunst-Aufführungsfotografie, wie LAPP übersetzt werden kann, von den Bremer Lichtkunstfotografen JanLeonardo Wöllert und Jörg Miedza – quasi als Zufallsprodukt. Auf einem verlassenen Hafengelände entstand 2007 das erste LAPP-Foto. JanLeonardo Wöllert wollte dort einige Nachtaufnahmen machen. Bei einer Langzeitbelichtung lief er mit einer Flächenlampe unabsichtlich durch das Bild. Eigentlich sollte die Flächenlampe, die als Lichtquelle diente, nur an eine andere Position gebracht werden. Doch nun war durch Zufall eine faszinierende Lichtzeichnung entstanden. Dies war die Initialzündung mit weiteren Lampen und Lichtern zu experimentieren.

Anders als beim Lightpainting oder Lightwriting ist bei der Light Art Performance Photography nicht allein die Lichtzeichnung von Interesse, sondern die gesamte Performance aus Bewegung und Lichtgestaltung, die dann in einem LAPP-Foto-Kunstwerk vereint und verewigt wird. Alle Lichtelemente wie Kugeln oder UFOs entstehen in Echtzeit und nicht am Computer – wie man im Zeitalter von Photoshop & Co. vielleicht vermuten könnte.

„Faszination Lichtmalerei“

Ähnlich wie bei einer Tanzaufführung wird auch bei der Lichtkunst-Aufführungsfotografie eine Choreografie einstudiert. Dabei kommt es sehr auf Präzision an. Die Schritte und Bewegungen werden genau festgelegt und in Langzeitbelichtungen festgehalten. So entstehen grandiose fotografische Lichtkunstwerke, die JanLeonardo Wöllert und Jörg Miedza nun in ihrem Buch „Faszination Lichtmalerei“ – erschienen im dpunkt.verlag – veröffentlicht haben. Auf 209 Seiten sind äußerst kreative Werke mit klangvollen Titeln wie „ScanningAlien“ oder „LightPlanet“ zu finden. Die eindrucksvollen Kulissen bilden beispielsweise Ruinen, Berge, Seen oder Industriegelände, die die jeweiligen Szenerien oftmals sehr surreal erscheinen lassen. Wie die beiden Autoren in ihrem Buch berichten, können bis zur Vollendung eines Fotos leicht mehr als zwanzig Schritte nötig sein. Das Buch offenbart keine konkreten Licht-Choreographien. Der Leser bekommt aber viele interessante Hintergrundinformationen über den Entstehungsprozess einzelner Fotos. Ein Making-of-Kapitel ermöglicht es ihm, die einzelnen Schritte eines LAPP-Fotos nachzuvollziehen. Entstanden ist eine sehr inspirierende Mischung aus Bildband und Erfahrungsbericht. Zur Nachahmung empfohlen!

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