Indirekte Beleuchtung

Im Innenraum erfreut sich die als „weich“ empfundene indirekte Beleuchtung großer Beliebtheit. Für verschiedene Sehaufgaben genügt sie jedoch nicht, weshalb in Wohnräumen eine Mischung aus indirektem Licht und direkter Beleuchtung zum Einsatz kommt. Gemeinsam erzeugen sie im Wohnraum ein stimmiges Lichtambiente und eine individuell ausgewogene Beleuchtung für jede Tätigkeit. Im Außenbereich kommt indirekte Beleuchtung kaum oder gar nicht vor, da das Funktionsprinzip auf Reflexionen beruht und im Außenbereich kaum reflektierenden Wände und Decken vorhanden sind bzw. genutzt werden.

Was ist indirekte Beleuchtung?

Unter indirekter Beleuchtung versteht man jedes Licht, welches zunächst von Decke oder Wand reflektiert wird, bevor es in den Raum hineinstrahlt. Somit werden unter dem Begriff des indirekten Lichts alle Lichtquellen zusammengefasst, welche auf die Wand oder die Zimmerdecke ausgerichtet sind. Von diesen Oberflächen wird das Licht reflektiert und in den Raum abgegeben.

Es ist richtig, dass indirekte Beleuchtung auch eine atmosphärische Dekobeleuchtung umfassen kann, zum Beispiel, wenn unter dem Sofa LED-Stripes befestigt sind und das LED-Licht dem Möbelstück eine farbige Kontur verpasst. Jedoch umfasst indirektes Licht deutlich mehr als die Ambientebeleuchtung.

Indirekte Beleuchtung durch Reflexion. | Ratgeber von Lampenwelt.de

Indirekte Beleuchtung des Raums durch Reflexion an Decke oder Wand.

Wozu wird indirekte Beleuchtung eingesetzt?

Aufgabe der indirekten Beleuchtung ist es, durch Reflexion des auf Wand oder Decke ausgerichteten Lichts für Beleuchtung zu sorgen.

Indirekte Beleuchtung ist für eine lichttechnische Wohlfühlatmosphäre äußerst relevant. Das hat damit zu tun, dass sich das von Decke oder Wand reflektierte, indirekte Licht gleichmäßig verteilt, nicht blendet und somit insgesamt angenehm „weich“ empfunden wird. Indirekte Beleuchtung wird somit eingesetzt, um eine lichttechnische Grundhelligkeit für verschiedene Wohnräume zu schaffen. Dazu zählen Wohnzimmer, Schlafzimmer oder auch das Esszimmer. Somit übernimmt die indirekte Beleuchtung hier die Aufgabe der Allgemeinbeleuchtung oder Grundbeleuchtung.

Indirekte Beleuchtung in verschiedenen Anwendungsbereichen. | Ratgeber von Lampenwelt.de

Wie wird indirekte Beleuchtung empfunden?

Im Wohnraum empfindet man indirekte Beleuchtung als „weich“. Durch die Reflexion an Decke oder Wand entsteht ein blendfreies, keineswegs störendes Licht, da die Lichtquelle nicht eingesehen werden kann. Zudem bleiben beim indirekten Licht, welches auf eine reflektierende Oberfläche wie Bildschirme oder hochglänzendes Papier fällt, sogenannte Reflexblendungen aus. Dadurch, dass keine blendenden oder störenden Reflexe entstehen und das Licht nahezu vollkommen schlagschattenfrei ist, sorgt es für eine gleichmäßige Ausleuchtung des Raums. Diese wird als sehr angenehm empfunden.

Indirekte Beleuchtung ist jedoch auch diffus und daher eher ungeeignet für verschiedene Sehaufgaben, beispielsweise Lesen oder Arbeiten mit Dokumenten. Zudem erzeugt das indirekte Licht nur sehr weiche Schatten. Eine Modellierung mit Licht, das heißt die Unterstreichung von Struktur und Tiefe kann somit durch indirekte Beleuchtung nicht erreicht werden.

Wandleuchte, die direktes und indirektes Licht kombiniert. | Lampenwelt.de

Diese Wandleuchte kombiniert eine indirekte Beleuchtung mit dem direkten Licht einer Leseleuchte.

Welche Leuchten erzeugen eine indirekte Beleuchtung?

Um eine indirekte Beleuchtung zu erzeugen, kommen ganz verschieden Leuchten zum Einsatz. Das liegt daran, dass indirektes Licht immer dann erzeugt wird, wenn eine Lichtquelle zur Wand oder Decke ausgerichtet ist. Und das kann, wie oben zu sehen, bei ganz verschiedenen Leuchten und auch Leuchtmitteln (zum Beispiel Kopfspiegellampen) der Fall sein.

Deckenfluter liefern indirektes Licht. | Ratgeber von Lampenwelt.de

Ein Musterbeispiel für eine Leuchte, welche indirektes Licht spendet, ist jedoch der Deckenfluter. Ein Deckenfluter verfügt am oberen Ende über einen an eine Schale erinnernden Lampenschirm, welcher das Licht nur nach oben zur Decke strahlt. Das nach oben gerichtete Licht des Deckenfluters wird von der Decke reflektiert und sorgt für eine weiche, gleichmäßige Ausleuchtung des Raumes. Wichtig ist dabei zu beachten, dass, je heller die Decke gestaltet ist, desto wirkungsvoller die Reflexion ausfällt. Bei einigen Deckenflutern ist ein zusätzlicher Lesearm mit Lesebeleuchtung vorhanden. Hier zeigt sich an einer einzigen Leuchte die Kombination von indirektem (Deckenfluter) und direktem (Lesebeleuchtung) Licht. Das Licht des Lesearms wird dabei als gerichtetes, direktes Licht zur Bewältigung der Sehaufgabe Lesen eingesetzt.

Wandleuchten liefern indirektes Licht. | Ratgeber von Lampenwelt.deSoll das Licht nicht zur Decke, sondern zur Wand ausgerichtet werden (vielleicht auch aufgrund einer besseren Reflexionswirkung durch eine hellere Wand- als Deckenfläche), so lassen sich entsprechend konzipierte Wandleuchten einsetzen. Wandleuchten für diesen Zweck verfügen meist über einen einseitigen oder beidseitigen Lichtaustritt nach oben, unten oder zu den Seiten. Das sorgt für eine blendfreie Raumausleuchtung, die in vielen Fällen noch durch andere Leuchten unterstützt wird.